Bain zahlt für FCI mehr als eine Milliarde Euro
Atomkonzern Areva verkauft Elektronik-Tochter

Die Areva SA, weltgrößter Hersteller von Atomreaktoren, trennt sich von seiner Elektroniktochter FCI. Die Tochtergesellschaft, spezialisiert auf elektronische Steckverbindungen für Telefone und Computer, geht für 1,07 Mrd. Euro an den Finanzinvestor Bain Capital.

HB PARIS. Die Transaktion, bei der die Verbindlichkeiten inbegriffen sind, wird den Gewinn von Areva in diesem Jahr um rund 500 Mill. Euro steigern. Im ersten Halbjahr verzeichnete der Konzern einen Gewinnanstieg von 2,7 Prozent auf 301 Mill. Euro. Für Auftrieb sorgte der Preisanstieg bei Uran und der Baubeginn des ersten europäischen Atomreaktors seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986. Der Halbjahresumsatz war mit 5,4 Mrd. Euro 1,1 Prozent höher.

FCI, die weltweite Nummer drei für Steckverbindungen nach Tyco International und Molex, stellt jährlich mehrere Milliarden elektronischer Stecker her, deren Verkaufspreise bei einem Cent anfangen. Areva-Vorstandschefin Anne Lauvergeon hat FCI vor dem Verkauf zunächst deutlich verschlankt. Die Zahl der Stellen sank um ein Fünftel auf 12 160, die der Werke auf 30. Damit sollte die Elektroniktochter wieder in die Gewinnzone gebracht werden. Die schwache Nachfrage von Kunden wie Nokia, Siemens und Dell hatte die Areva-Tochter in die roten Zahlen befördert.

„Areva will sich auf das Nuklear- und Energiegeschäft konzentrieren und hat nur auf den richtigen Moment für den FCI-Verkauf gewartet“, sagte Marc Renaud, Fondsmanager bei CCR Actions in Paris. Die hohen Öl- und Gaspreise und die strengen Umweltschutzauflagen für fossile Energien dürften die Nachfrage nach Atomreaktoren ankurbeln, prognostiziert Areva.

Die französische Holdinggesellschaft der Atomwirtschaft ist zu 95 Prozent in staatlicher Hand. Ihre Framatome ANP, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens, baut Atomkraftwerke. Die Holding hält elf Prozent am Halbleiterproduzenten STMicroelectronics, 26 Prozent am Bergbaukonzern Eramet SLN sowie 7,4 Prozent an Safran, einem Hersteller von Handys und Flugzeugtriebwerken.

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