BASF-Vorstand Heinz
„Wir verkaufen Chemie statt Chemikalien“

BASF hat das Geschäft mit Spezialchemie massiv ausgebaut. Vorstand Michael Heinzüber spricht über die inzwischen wichtigste Sparte des Konzerns, Chancen im Wettbewerb und seine Renditeziele.
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Handelsblatt: Herr Heinz, Sie sind im vergangenen Jahr in den Vorstand der BASF aufgerückt und haben dort gleich die wichtigste Rolle übernommen.

Michael Heinz: Das sehe ich nicht so. Wie kommen Sie darauf?

Als Leiter des Segments Performance-Produkte sind Sie immerhin für mehr als ein Fünftel des BASF-Geschäfts verantwortlich. Mit geschätzten 16 Milliarden Euro Umsatz ist das der größte Unternehmensbereich.

Mit 30 von 76 strategischen Geschäftseinheiten der BASF ist das sicher ein bedeutender Teilbereich. Aber der Vorstand trägt gemeinsam die Verantwortung für den Konzern und insofern sind alle gleich wichtig. Zudem operieren unsere Unternehmenssegmente nicht eigenständig, sondern sind fest in die Gesamtstrategie von BASF eingebunden.

Ihr Vorstandschef Kurt Bock hat für BASF gerade das neue Langfristziel von 115 Milliarden Euro Umsatz und 23 Milliarden Euro operatives Ergebnis vor Abschreibungen im Jahr 2020 ausgegeben. Welchen Anteil sollen Ihre Unternehmensbereiche dazu beisteuern?

Für einzelne Geschäftsfelder publizieren wir keine Prognosen. Aber so viel ist klar: Das Segment Performance-Products wird einen maßgeblichen Beitrag zu den Strategiezielen leisten.

Der Umsatzanteil soll also weiter steigen?

Er muss sogar steigen, wenn wir unser strategisches Ziel erreichen wollen, den Umsatzanteil von maßgeschneiderten Produkten und Systemlösungen von heute 60 auf künftig 70 Prozent zu erhöhen.

Auf der Strategie-Pressekonferenz war aber von Performance-Products kaum die Rede.

Es war im Grunde ständig die Rede davon, nur aus einem anderen Blickwinkel. Unsere Einheiten liefern bereits in erheblichem Umfang maßgeschneiderte Chemieprodukte an verbrauchernahe Industrien. Diese Geschäfte auszubauen, ist unser zentrales Ziel.

Warum ist das so interessant für den BASF-Konzern?

Es geht hier um Chemieprodukte, die gezielt Eigenschaften von Industrie- oder Endverbraucherprodukten verbessern. Auf diesem Gebiet sehen wir enorme Chancen, uns im Wettbewerb zu differenzieren, unser Geschäft auszubauen und es dabei zugleich stabiler zu machen. Wir werden in Zukunft noch stärker auf die Kombination von Materialien setzen. Das heißt, wir wollen Chemie verkaufen anstatt Chemikalien.

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