BASF-Vorstandsmitglied Brudermüller
"Wir erschließen komplett neue Märkte"

Spezialkunststoffe können mittlerweile klassische Materialien wie Glas und Metall ersetzen. Im Handelsblatt-Interview erklärt BASF-Vorstandsmitglied Martin Brudermüller wie sein Konzern neue Marktsegmente erschließen will und warum er den Wettbewerb mit der asiatischen Konkurrenz nicht fürchtet.
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Herr Brudermüller, die Chemiebranche kommt ja offenbar viel schneller aus der Krise als erwartet. Gilt das auch für das Kunststoffgeschäft?

Das trifft ganz klar auch für den Bereich Kunststoffe zu. Das sind universale Materialien. Vom Einbruch der Konjunktur Ende 2008 wurde das Geschäft allerdings auch in besonderem Maße betroffen. Aber mit der allgemeinen Belebung werden nun auch die Kunststoffe überall wieder stark gebraucht.

Wird der BASF-Bereich Plastics denn das Niveau von 2007 in diesem Jahr wieder erreichen?

Bis zum Jahresende gibt es immer noch einige Unsicherheiten. Aber wir arbeiten zurzeit mit einer sehr, sehr guten Auslastung und sind in verschiedenen Segmenten mit den Absatzmengen schon wieder fast auf dem Niveau, das wir vor der Krise hatten.

Welche längerfristigen Erwartungen haben Sie für das Kunststoff-Geschäft?

Wir sehen das Geschäft sehr positiv. Das ist weltweit ein Riesenmarkt von derzeit rund 250 Millionen Tonnen pro Jahr. Nach unseren Schätzungen wird dieser Markt in den nächsten Jahren um durchschnittlich fünf Prozent p.a. expandieren. Bei wichtigen Megatrends wie Mobilität, Urbanisierung oder Energieeffizienz sind Kunststoffe elementarer Teil der Problemlösung. Die BASF strebt an, im Kunststoffgeschäft stärker zu wachsen als der Markt.

Wo sehen Sie dabei die Schwerpunkte?

Wir wollen uns noch mehr auf Spezialitäten fokussieren. Den Anteil dieser Produkte an unserem Gesamtsortiment haben wir in den letzten Jahren bereits auf über 50 Prozent erhöht, das wollen wir weiter ausbauen. Längerfristig glauben wir, dass Spezialitäten mehr als zwei Drittel zum Gesamtumsatz unserer Kunststoffsparte beitragen können.

Was genau verstehen Sie unter Spezialitäten?

Es geht dabei um Produkte, bei denen nicht allein der Preis das entscheidende Kriterium für den Erfolg im Wettbewerb ist, sondern die Vorteile, die wir Kunden mit diesen Kunststoffen bieten können. Bei diesen Produkten können wir mit wertorientierten Preismodellen arbeiten. Das heißt wir erarbeiten Vorteile und teilen uns diese mit den Abnehmern.

Welche Materialien sehen Sie denn unter diesem Blickwinkel im Vormarsch?

Dazu gehören etwa die Polyurethane. Aber auch eine Reihe von technischen Kunststoffen wie PBT, POM, Polysulfone sowie bestimmte Polyamide und unsere bioabbaubaren Kunststoffe. Viele dieser Segmente werden deutlich schneller als der Markt wachsen.

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