Bayer steigert Gewinn
Baumann sieht sich bei Monsanto-Kauf auf Kurs

Bayer hat im abgelaufenen Quartal seinen Betriebsgewinn um fast 14 Prozent gesteigert. Bei der Monsanto-Übernahme sieht sich Konzernchef Werner Baumann auf Kurs. Doch das eigene Agrarchemiegeschäft stagniert.
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LeverkusenMitten in der Mega-Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto kommt Bayer in seinem eigenen Agrarchemiegeschäft kaum vom Fleck. Im laufenden Jahr werde das bereinigte Ergebnis in der Agrarsparte Crop Science weiter stagnieren, teilte das Leverkusener Unternehmen am Mittwoch mit.

Dennoch zeigte sich Vorstandschef Werner Baumann optimistisch für 2017: „Wir haben allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken, und wir sind gut ins neue Geschäftsjahr gestartet.“ Der Umsatz soll in diesem Jahr inklusive der Kunststofftochter Covestro auf mehr als 49 Milliarden Euro steigen und der bereinigte Betriebsgewinn im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Bayer bei Umsatz und bereinigtem Ergebnis neue Rekordwerte.

Den Aktionären hatte Baumann bereits für 2016 eine 20 Cent höhere Dividende von 2,70 Euro in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr hatte er sie, nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt, mit der größten Übernahme in der Firmengeschichte des Aspirin-Herstellers überrascht. Im September einigte sich Bayer nach monatelangem Ringen mit Monsanto auf den 66 Milliarden Dollar schweren Kauf des US-Konzerns.

„Natürlich ist eine Übernahme dieser Größenordnung kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Aber wir haben schon einen großen Teil der Wegstrecke zurückgelegt“, sagte Baumann. Den Antrag bei der EU-Kommission zur Genehmigung der Übernahme wolle Bayer im zweiten Quartal stellen, den Abschluss der Übernahme erwartet Baumann weiter noch bis Ende dieses Jahres.

Bei Bayer stagnierte das Ergebnis im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut im vergangenen Jahr, der Umsatz sank vor allem wegen des schwachen Marktumfelds in Lateinamerika und negativen Währungseffekten um rund zwei Prozent. Für 2017 rechnet das Unternehmen mit einem weiterhin volatilen Marktumfeld, geht aber insgesamt von einer leichten Erholung des Gesamtmarktes aus. Gleichwohl werde das bereinigte Ergebnis wohl nur auf Vorjahresniveau liegen.

Insgesamt erhöhte Bayer den bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) 2016 um gut zehn Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Bayer setzte mit seinen über 116.000 Mitarbeitern 46,769 Milliarden Euro um, ein Plus von 1,5 Prozent. „Sowohl der Umsatz als auch das bereinigte Ergebnis sind so hoch wie nie zuvor“, freute sich Baumann. Das Unternehmen profitiert vor allem vom Geschäft mit seinen Hauptwachstumsprodukten. Das Schlaganfallmittel Xarelto, das Augenpräparat Eylea, die Krebsmedikamente Stivarga und Xofigo sowie die Lungenhochdruckarznei Adempas steuerten 2016 einen Umsatz von 5,413 Milliarden Euro bei, ein Zuwachs von fast 28 Prozent.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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