Bayer und Monsanto
EU hat Bedenken bei Milliarden-Deal

Bei der Monsanto-Übernahme durch Bayer hat die EU noch Vorbehalte. Die Kommission hat nun eine eingehende Prüfung des 66 Milliarden Dollar schweren Zukaufs eingeleitet. Das könnte Bayers Zeitplan durcheinanderbringen.
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BrüsselNeue Hürde für die von Bayer geplante Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto: Die EU-Kommission hat Vorbehalte gegen die 66 Milliarden US-Dollar schwere Mega-Fusion und will sie deshalb vertieft prüfen. Man sei besorgt, dass der Zusammenschluss der beiden Agrarkonzerne den Wettbewerb in einigen Geschäftszweigen schwächen könnte, erklärte die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager am Dienstag.

Der Leverkusener Konzern reagierte gelassen auf die Ankündigung. Bayer habe diesen Schritt aufgrund der Größe und des Umfangs der geplanten Übernahme erwartet, betonte das Unternehmen in einer ersten Stellungnahme. Gleichzeitig bekräftigte Bayer das Ziel, die Genehmigung der Kommission „bis Ende 2017 zu erhalten“. Dazu werde man weiter eng und konstruktiv mit der Wettbewerbsbehörde zusammenarbeiten. Die Kommission hat nun bis zum 8. Januar 2018 Zeit, um eine Entscheidung zu fällen.

EU-Wettbewerbskommissarin Vestager betonte: „Saatgut und Pestizide sind für Landwirte und letztlich auch für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung.“ Auf diesen Märkten müsse ein wirksamer Wettbewerb sichergestellt werden. Sonst drohten höhere Preise, weniger Innovation und eine geringere Qualität.

Bayer hatte den Antrag auf Genehmigung der Monsanto-Übernahme Ende Juni bei der EU-Wettbewerbsbehörde eingereicht. Anfang August war die Prüffrist bereits verlängert worden. Neben den USA gilt die Prüfung in Brüssel als die größte Hürde für das Milliardengeschäft. Jedoch haben auch zahlreiche andere Kartellbehörden ein Wort mitzureden.

Umweltschützer und Kritiker fordern auch wegen der großen Marktmacht ein Verbot des Zusammenschlusses. „Kommissarin Vestager hat gezögert, die Fusion zu stoppen, die einem Jumbo-Unternehmen die Kontrolle über unser Essen geben würde“, erklärte die Aktivistengruppe Avaaz. „In den nächsten 90 Tagen kann sie ihren Mut beweisen, das öffentliche Interesse vor die Gier einer Firma zu stellen.“

Das neue Unternehmen wäre der weltgrößte Anbieter in der Agrarchemie. Mit dem Volumen von 66 Milliarden Dollar (rund 56 Milliarden Euro) wäre der Bayer-Coup außerdem der bislang größte Zukauf eines deutschen Unternehmens im Ausland. Monsanto ist vor allem als Hersteller von Unkrautvernichtern mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat bekannt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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