Beim Gewinn Milliardengrenze geknackt
LKW-Riese MAN wächst rasant

Scheinbar grenzenloses Wachstum: Nach einem guten dritten Quartal will der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern MAN noch stärker zulegen. Besonders beim operativen Gewinn konnte das Unternehmen in den ersten neun Monaten dieses Jahres punkten – und erstmals die Milliardengrenze knacken. Doch damit gibt sich der LKW-Riese noch lange nicht zufrieden.

HB MÜNCHEN. Angesichts der Funkstille um die geplante LKW-Allianz will MAN 2007 im eigenen Geschäft noch mehr Gas geben. Der weltweite Boom bei Lastwagen und Schiffsmotoren werde den Umsatz in diesem Jahr um 15 Prozent auf 15 Mrd. Euro treiben, kündigte Vorstandschef Hakan Samuelsson am Mittwoch in München an und schraubte die Prognose damit zum dritten Mal in diesem Jahr nach oben. Bisher war ein Plus von über zehn Prozent erwartet worden. Der Auftragseingang soll um mehr als zehn Prozent statt um fünf Prozent zulegen.

Beim operativen Gewinn peilt MAN bis Jahresende einen Sprung auf rund 1,6 Mrd. von zuletzt 1,1 Mrd. Euro an. Die Milliardenschwelle hat MAN erstmals schon im September geknackt: Das operative Ergebnis schnellte in den ersten neun Monaten um 46 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Unterm Strich stieg der Gewinn um 217 auf 894 Mill. Euro. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 10,3 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr werde die MAN die Umsatzrendite auf dem Niveau der ersten neun Monate von 10,7 Prozent halten, sagte Samuelsson.

Zu den ins Stocken geratenen Bemühungen um eine Lkw-Allianz mit dem Konkurrenten Scania und der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen sagte der MAN-Chef, es gebe keine neuen Entwicklungen. Ob überhaupt Gespräche liefen, wollte er nicht kommentieren. MAN strebe weiterhin eine einvernehmliche Lösung an. „Wir haben keinen Zeitdruck. Wir sind voll beschäftigt.“

Der Auftragseingang von MAN summierte sich in den ersten drei Quartalen auf 14,3 Mrd. Euro, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. In den prall gefüllten Bestellbüchern standen Orders im Wert von 14,5 Mrd. Euro. Samuelsson erwartet mehr Aufträge für Nutzfahrzeuge und Dieselmotoren bis Jahresende und auch 2008 steigende Umsätze in diesen Segmenten.

Die Nutzfahrzeugsparte als größter Gewinnbringer steuerte bis September 646 Mill. Euro (plus 36 Prozent) zum Ergebnis bei. Das Lkw-Geschäft warf dank der hohen Nachfrage in Asien und Osteuropa 641 Mill. Euro Gewinn ab, während das kriselnde Busgeschäft mit 19 Mill. Euro im Minus blieb. Im vierten Quartal soll das einzige Sorgenkind im Konzern schwarze Zahlen schreiben, bekräftigte Samuelsson.

Bis 2010 soll die Bussparte ihre Umsatzrendite auf 8,5 Prozent schrauben. 2006 erzielte das Busgeschäft 2,6 Prozent Rendite. In den nächsten neun Monaten wird die Produktion von Stadtbussen nach Polen verlagert, wo MAN rund 30 Euro Lohnkosten pro Stunde sparen will. Im Salzgitter werden im Gegenzug die Lkw-Produktion, die Teile- und Chassisfertigung ausgebaut. Was die Mitarbeiter zur Kostensenkung beitragen sollen, wird laut Samuelsson noch verhandelt. Er rechne mit einer Vereinbarung wie im Münchner Lkw-Werk. Dort waren 2006 längere Arbeitszeiten und eine Jobgarantie bis 2012 vereinbart worden.

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