Bergbau
Joint-Venture zwischen Rio Tinto und BHP droht zu platzen

Nach einem Medienbericht will Rio Tinto die geplante Zusammenarbeit mit BHP abblasen. Hauptgründe dafür seien die verbesserte Finanzsituation sowie der Fakt, dass BHP mehr von dem Deal profitieren würde. Auch die Aktionäre von Rio Tinto machen Druck.
  • 0

HB LONDON. Der australische Bergbauriese Rio Tinto legt einem Zeitungsbericht zufolge die milliardenschwere Zusammenlegung von Eisenerzgeschäften mit seinem heimischen Rivalen BHP Billiton zu den Akten. Das Direktorium treffe Vorbereitungen, um BHP über den Schritt zu informieren, berichtete die Zeitung „Sydney Morning Herald“ am Dienstag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf dem Gremium nahestehende Personen. „Die Hauptgründe für Rios Entscheidung scheinen deren verbesserte Finanzsituation, Druck von Aktionären und die Schlussfolgerung zu sein, dass das Geschäft BHP bevorteilt“, wurden die Kreise zitiert. Das Unternehmen erklärte lediglich, das Direktorium habe noch keine endgültige Entscheidung zum geplanten Joint Venture gefällt. BHP konnte für eine Stellungnahme zunächst nicht erreicht werden.

Rio zufolge waren die Pläne für das Gemeinschaftsunternehmen Thema einer Direktoriumssitzung am Montag. Das Gremium habe darin Äußerungen von Aufsichtsbehörden zur Kenntnis genommen, die auf mögliche Hindernisse im Genehmigungsverfahren hindeuteten, teilte das Unternehmen mit. Seit Dezember warten sie auf grünes Licht der Wettbewerbshüter in Europa, Australien und Asien.

Die Aktien von Rio schlossen in London in Einklang mit dem britischen Bergbauindex 2,6 Prozent im Plus, die von BHP legten 2,4 Prozent zu.

Rio Tinto ist der weltweit zweitgrößte Eisenerzproduzent, BHP Billiton die Nummer drei. Die beiden Unternehmen hatten angekündigt, ihre Eisenerzproduktion im Westen Australiens in einem Joint Venture zu bündeln, das ein Geschäftsvolumen von 116 Mrd. Dollar hätte. Verabredet wurde das Geschäft inmitten der Wirtschaftskrise, als Rio mit dem Abbau seiner Schuldenlast kämpfte. Mittlerweile profitieren beide Firmen aber wieder von gestiegenen Metall-Preisen.

Kommentare zu " Bergbau: Joint-Venture zwischen Rio Tinto und BHP droht zu platzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%