Bergleute von der Saar
„Traurig, wehmütig und verärgert zugleich“

Viele Kumpel werden nach dem Ende des Bergbaus an der Saar nach Nordrhein-Westfalen ziehen. Das Aus für die Zeche in der Heimat verstehen sie nicht: „Wir haben eins der modernsten Bergwerke der Welt - und machen es zu.“
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EnsdorfJürgen Meißner wollte schon als Junge Bergmann werden. Seit jetzt fast 30 Jahren arbeitet er im Saarland für und mit der Steinkohle. Doch mit dem Ende des Bergbaus an der Saar fällt auch sein Arbeitsplatz weg. Wie rund 1350 seiner Kumpel muss Meißner umziehen. Zu einer anderen Zeche nach Nordrhein-Westfalen, wo zumindest noch bis 2018 Kohle abgebaut wird. „Das ist schon ein Einschnitt“, sagt der 47-Jährige aus Püttlingen, dessen Frau und Sohn nicht ins rund 400 Kilometer entfernte Marl mitkommen werden. Er wird also pendeln müssen. „Als Saarländer ist man sehr heimatverbunden.“

Am 30. Juni steht im Saarland eine historische Zäsur an. Nach 250 Jahren endet der Bergbau an der Saar, der einst bis zu 70.000 Menschen Arbeit gegeben hat. Das Aus steht schon länger fest, weil Importkohle billiger ist, wurde aber von der Politik vorgezogen.

Der Grund: Im Februar 2008 hatte bergbaubedingt die Erde stärker als sonst gebebt, zigtausend Gebäude wurden beschädigt. Damals standen noch 4700 Beschäftigte im Bergwerk Saar auf der Lohn- und Gehaltsliste des Zechenkonzerns RAG Deutsche Steinkohle.

Wer von den Bergleuten konnte, ist seitdem in den Vorruhestand gegangen, etwa 400 Jüngere wurden an andere Unternehmen vermittelt, sagt RAG-Sprecherin Annette Weinmann in Saarbrücken. Von den Übriggebliebenen gingen die meisten nach Nordrhein-Westfalen, vor allem nach Ibbenbüren. Etwa 300 sind bereits 2010 und 2011 gewechselt, in diesem Jahr folgen knapp 1000, sagt sie.

Jörg Lutz war einer der ersten 80 Bergleute, die nach Ibbenbüren umgezogen sind. Gut zwei Jahre ist das schon her. „Der Anfang war schwer“, sagt er. „Neue Arbeitsstätte, die Familie bricht weg.“ Inzwischen habe er sich „gut eingelebt“, mache eine Ausbildung zum Steiger. „Aber das Heimweh kommt irgendwann.“ Wann immer er ein paar Tage freihabe, fahre er die 500 Kilometer nach Hause zu seiner Freundin, zu seinen Eltern. Meist nur alle zwei bis drei Wochen. „Daheim erlebt man jetzt jeden Tag viel intensiver als früher.“ Klar für ihn ist aber: Wenn seine Zeit in Nordrhein-Westfalen vorüber ist, zieht er wieder zurück ins saarländische Gersweiler.

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  • Her ma uff, diese dummschwätzer unn ökofaschiste, datt sinn die eigentliche verbrecha

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