Beteiligung
Windfirma Repower in indischer Hand

Noch vor wenigen Tagen musste der Vorstandsvorsitzende van Megen beim indischen Windkraftunternehmen Suzlon gehen, damit Konzerngründer Tanti wieder das Ruder übernehmen konnte. Nun kündigt Tanti schon den ersten Coup an: Die Inder übernehmen weitere Anteile an der deutschen Repower AG.

DÜSSELDORF. Der indische Windkraftanlagenbauer Suzlon stockt seine Beteiligung an der deutschen Repower AG doch weiter auf. In den vergangenen Monaten waren Zweifel darüber aufgekommen, ob Suzlon den Kauf der Anteile finanzieren kann.

Von der portugiesischen Gesellschaft Martifer würden nun in drei Schritten bis Mai kommenden Jahres weitere 22,4 Prozent erworben und damit der Anteil auf 91 Prozent erhöht, teilten die Unternehmen gestern mit. Die Investmentfirma Martifer erhält dafür wie im September vereinbart insgesamt 270 Mio. Euro – das ist rund ein Drittel mehr, als das Repower-Aktienpaket derzeit an der Börse wert ist.

Suzlon hatte im Oktober eine Kapitalerhöhung abgeblasen und dies mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten begründet. Die Übernahme der Anteile von Martifer will Konzerngründer Tulsi Tanti nun aus eigenen Mitteln und der Aufnahme neuer Kredite stemmen. Diese stünden bereit, betonten die Unternehmen.

Dennoch knirscht es im Gebälk des indischen Unternehmens, was sich daran zeigt, dass Tanti vor wenigen Tagen den Vorstandsvorsitzenden Toine van Megen mit sofortiger Wirkung ablösen ließ und sich selbst auf den Posten beförderte.

Mit dem Kauf der von Martifer gehaltenen Anteile beseitigt Suzlon-Gründer Tanti die Unsicherheit, die über der Repower-Transaktion geschwebt hatte. Ursprünglich sollte der Kauf bis zum vergangenen Montag unter Dach und Fach gebracht werden, scheiterte aber an den genannten Problemen bei der Finanzierung. Im November einigten sich dann die Gesellschaften auf einen späteren Zeitpunkt für die Übernahme.

Repower sieht sich zwar durch das Gezerre im Aktionärskreis nicht in seiner Geschäftsentwicklung behindert. Allerdings verhandelt das im Tec-Dax notierte Unternehmen über die Aufnahme von frischen Finanzmitteln, mit denen der Wachstumskurs finanziert werden soll. Benötigt werden dazu Kredite und Bürgschaften in Höhe von 600 Mio. Euro.

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