Betriebsratschef
Hück: Porsche bleibt selbstständig

Der Sportwagenbauer Porsche wird nicht mit dem VW-Konzern verschmolzen, sondern seine Eigenständigkeit behalten. Das sagte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück am Montag in Weissach am Rande einer Aufsichtsratssitzung. VW-Patriarch und Porsche-Miteigner Ferdinand Piech erschien nicht zum dem Treffen – und sorgte damit für Schlagzeilen.

mwb/rüd/HB WEISSACH. Betriebsratschef Hück sagte: „Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch haben mir zugesichert, dass Porsche eigenständig bleibt und die Eigentümerfamilien stark genug sind, diese Eigenständigkeit zu garantieren.“ Auch seien die Arbeitsplätze bei dem Sportwagenbauer sicher. Das hätten die beiden Eigentümerfamilien zugesagt. Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch sind die Sprecher der Familienstämme.

Schon am Vormittag hatte Hück bei einer Kundgebund vor dem Entwicklungszentrum des Sportwagenbauers in Weissach die Eigenständigkeit von von Porsche und Volkswagen bekräftigt. „Porsche bleibt Porsche, VW bleibt VW“, betonte er bei der Veranstaltung, zu der sich nach Teilnehmerangaben mehr als 1 000 Mitarbeiter versammelt hatten. „Seid selbstbewusst. Ihr habt das in 70 Jahren aufgebaut. Porsche bleibt eigenständig“, sagte Hück und fügte hinzu: „Wir brauchen die Familie und die Familie braucht uns.“ Außerdem werde der Sportwagenbauer in diesem Jahr Gewinne machen.

In Weissach sowie an den Standorten Stuttgart-Zuffenhausen und Standort Ludwigsburg legten tausende Beschäftigte die Arbeit nieder. Auf Plakaten äußerten sie ihren Unmut gegen Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech: „Ja zur Familie Porsche/Piech - Nein zu F.K. Piech.“ Vor den Protestkundgebungen sprachen sie von Angst, dass der Sportwagenbauer in dem neuen geplanten Automobilgiganten mit VW seine Eigenständigkeit verlieren könnte.

Der Aufsichtsrat der Porsche AG ist am Vormittag zusammenkommen, um über die Zukunft des Unternehmens zu beraten. Entscheidend sind die Positionen der zerstrittenen Eigentümerfamilien Porsche und Piech - und ihrer Hauptakteure Wolfgang Porsche und Ferdinand Piech, die beide in dem Gremium sitzen. „Wolfgang Porsche muss endlich für Klarheit sorgen“, erfuhr das Handelsblatt aus VW-Kreisen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wickele seinen Chefaufseher offenbar immer wieder ein. Dem Management müsse Porsche „Grenzen setzen“, fordern die VW-Kreise. Wolfgang Porsche ist für eine Fusion der beiden Autokonzerne, Piech favorisiert eine Übernahme von Porsche durch VW. Vor der Sitzung gab es Spekulationen, dass Porsche eine Kapitalerhöhung von bis zu fünf Milliarden Euro plant.

Entgegen der Erwartungen ist Piech nicht nach Weissach gekommen. Ein Grund wurde nicht genannt. Der VW-Patriarch hatte zuletzt für Unmut bei Porsche gesorgt, indem er öffentlich von Schwierigkeiten der Stuttgarter gesprochen hatte, Geld aufzutreiben. Volkswagen könne dagegen leichter Kredite bekommen, daher sei auch eine Übernahme und anschließende Integration von Porsche bei VW denkbar. Dabei wären elf Mrd. Euro als Kaufpreis für Porsche zu hoch gegriffen. Porsche-Betriebsrat Hück warf Piëch daraufhin Medienberichten zufolge vor, die Stuttgarter zu verraten.

Porsche hält an Volkswagen knapp 51 Prozent der Anteile. Der Sportwagenbauer ist mit rund neun Mrd. Euro verschuldet. Volkswagen soll dagegen Nettoreserven von elf Mrd. Euro haben.

Porsche kann seine Refinanzierung nach eigenen Angaben zumindest bis Ende Juni aus eigener Kraft sicherstellen. „Wir haben kurzfristig keine Refinanzierungsprobleme“, sagte ein Sprecher am Montag. Er dementierte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung , wonach Porsche bis Ende dieses Monats eine Mrd. Euro benötige, die dann fällig werde. „Ende Mai ist keine Milliarde Euro fällig“, sagte der Sprecher. Auf die Frage, ob Porsche bis Ende Juni seine Refinanzierungsbedürfnisse eigenständig abdecken könne, hieß es: „Mir ist nichts anderes bekannt, ja.“ Porsche verhandele derzeit weiterhin über die Erhöhung seiner jüngst vereinbarten Kreditlinie über zehn Mrd. um weitere 2,5 Mrd. Euro für allgemeine geschäftliche Zwecke.

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