Bilanz 2005
Bayer kehrt zu alter Stärke zurück

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat im vergangenen Jahr excellent verdient - und damit an die Zeiten vor dem Lipobay-Skandal angeknüpft. Einen kleinen Schönheitsfehler gab es jedoch am Jahresende.

HB LEVERKUSEN. Der Umsatz legte im vergangenen Jahr dank einer robusten Chemiekonjunktur und Fortschritten im Gesundheitsgeschäft um 17,6 Prozent auf 27,38 Mrd. Euro zu, teilte das Unternehmen am Montag in Leverkusen mit. Der Überschuss ist auf fast 1,6 Mrd. Euro gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt, trotz Rückstellungen in Millionenhöhe wegen Schadenersatzvergleichen in den USA. Im Vorjahr hatte der Überschuss erst bei 685 Mill. Euro gelegen. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen kletterte von 2,1 Mrd. Euro auf 3,3 Mrd. Euro.

Damit knüpfen die Leverkusener erstmals wieder an ihre alte Ertragskraft vor dem Lipobay-Debakel von 2001 an. Den Blutfettsenker, der in den USA Baycol hieß, hatte Bayer im August 2001 vom Markt genommen. Das Medikament war mit dem Tod von etwa 100 Patienten in Verbindung gebracht worden. Bayer sah sich tausenden Schadenersatzklagen gegenüber. Die Beilegung von Fällen kostete das Unternehmen einen Milliardenbetrag.

Im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres hat Bayer trotz eines deutlichen Anstiegs des Betriebsgewinns vor Sonderposten allerdings die Analystenerwartungen verfehlt. Der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderposten ist im Schlussquartal um 54,5 Prozent auf 615 Mill. Euro geklettert. Analysten hatten im Durchschnitt mit 651 Mill. Euro gerechnet. Der Umsatz erhöhte sich um 16,1 Prozent auf 7,095 Mrd. Euro. Auch beim Nettogewinn lag Bayer im vierten Quartal mit 46 (Vorjahr 68) Mill. Euro deutlich unter den Analystenschätzungen von 114 Mill. Euro.

Für das Jahr 2006 stellte Bayer-Chef Werner Wenning einen währungs- und portfoliobereinigten Anstieg des Umsatzes von 5 Prozent auf mehr als 28 Mrd. Euro in Aussicht. Das bereinigte Ebit sowie das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) will Bayer nochmals leicht steigern. "Damit wollen wir den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre auch in Zukunft fortsetzen und planen für 2006 ein neues Rekordergebnis für unseren Konzern", sagte Wenning. Die ersten beiden Monate des Jahres seien erfreulich verlaufen.

Für die kommenden drei Jahre kündigte Bayer weitere Einsparungen von rund 600 Mill. Euro an. Die bevorstehenden Restrukturierungen bei der Pflanzenschutz-Tochter Bayer CropScience seien darin noch nicht enthalten. In Sachanlagen will Bayer im laufenden Jahr 1,5 Mrd. Euro investieren, für Forschung und Entwicklung will das Leverkusener Unternehmen wie im vergangenen Jahr rund 1,9 Mrd. Euro ausgeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%