Billigzigaretten machen Philip Morris weltweit zu schaffen
Marlboro-Cowboy rettet das Konzernergebnis von Altria

Der amerikanische Tabak- und Nahrungsmittelkonzern Altria hat im vergangenen Quartal vom schwachen Dollar und von einer niedrigeren Steuerrate profitiert. Dagegen belasteten Zahlungen an die Europäische Union und der Umbau der Nahrungsmitteltochter Kraft Foods den Gewinn.

wsj/tmo NEW YORK. Insgesamt verdiente Altria im vergangenen Quartal 2,63 Mrd. Dollar oder 1,27 Dollar je Aktie. Das waren 7,8 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2003. Der Ertragsanstieg basierte allein auf dem Erfolg von Altrias Tabaksparte, Philip Morris. Das zweite Standbein von Altria, die Nahrungsmittelsparte Kraft Foods, meldete bereits am Montag einen Gewinneinbruch um 26 Prozent.

Altria besitzt mit Philip Morris den dominierenden US-Zigarettenhersteller (Marken: Marlboro, Philip Morris und Basic). Außerdem hält Altria 84 Prozent am größten US-Lebensmittelhersteller Kraft Foods (Milka-Schokolade, Jacobs-Kaffee).

Im abgelaufenen Quartal verbuchte der in New York ansässige Konzern Sonderaufwendungen in Höhe von 13 Cent je Aktie. Darin enthalten sind die Kosten eines harten Sparprogramms für die Tochter Kraft. Dort sollen in den nächsten drei Jahren 6 000 Stellen wegfallen. Kraft will damit trotz verteuerter Zutaten wie Milch und Eiern sowie höherer Werbeausgaben seine Ertragskraft wieder herstellen.

Die Tabaksparte Philip Morris muss allerdings die Folgen einer Einigung mit der Europäischen Union verkraften. Danach zahlt Philip Morris in den nächsten zwölf Jahren bis zu 1,25 Mrd. Dollar. Das Geld fließt in die Bekämpfung des Zigarettenschmuggels. Mit der Einigung endete eine Untersuchung der EU, die einer möglichen Unterstützung des Schmuggels durch Philip Morris nachging.

Auf dem Heimatmarkt USA steigerte Philip Morris seinen Marktanteil um 1,3 Prozentpunkte auf 49,8 Prozent. Damit feierte der Konzern einen Teilerfolg gegen die Konkurrenz der Billig-Zigaretten. Billiganbieter haben inzwischen einen Anteil von mehr als zehn Prozent am US-Markt. Sie gefährden damit die hohen Margen der etablierten Hersteller. Gleichzeitig entsteht ein starker Rivale für Philip Morris durch die Fusion von RJ Reynolds Tobacco und Brown & Williamson, eine Tochter von British American Tobacco (BAT).

Die Absatzzuwächse von Philip Morris in vielen Märkten wurden allerdings durch zweistellige Rückgänge in Frankreich, Deutschland und Japan beeinträchtigt. Der Absatz in Westeuropa fiel um 7,3 Prozent. Der Marktanteil in Deutschland ging wegen des Wachstums der Billigmarken geringfügig auf 37,2 Prozent zurück. Altria erwartet für das Gesamtjahr aber immer noch einen Gewinn von 4,50 bis 4,60 Dollar je Aktie

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