Blockade aus Frankreich?
Deutsche EADS-Beteiligung wackelt

Die deutsche Bundesregierung hat es schwer, einen neuen Privatinvestor für den EADS-Konzern zu finden. Nun soll laut Medienberichten sogar die französische Regierung die Investorenwerbung blockieren. Die Bundesregierung möchte davon allerdings nichts wissen.

HB BERLIN. Die Bundesregierung hat Medienberichte zurückgewiesen, nach denen ihr Modell zur Wahrung der deutschen Eigentümerposition beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gefährdet sei. „Da ist nichts dran“, kommentierte eine Regierungssprecherin am Samstag einen Vorabbericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Darin heißt es unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise, die französische Regierung blockiere die angestrebte indirekte Beteiligung eines deutschen Finanzkonsortiums an der EADS. Frankreich wolle dem nicht zustimmen. Die Regierungssprecherin nannte auch einen Bericht des „Tagesspiegel am Sonntag“ unzutreffend, die Regierungsbemühungen, ein privates Investorenkonsortium für ein Engagement bei der EADS zu gewinnen, seien gefährdet. Die Zeitung berief sich auf Finanzkreise und zitierte einen an den Gesprächen beteiligten Manager mit den Worten: „In trockenen Tüchern ist das nicht. Es gibt erheblichen Klärungsbedarf.“

In Berliner Regierungskreisen hatte es am Freitag geheißen, die Gespräche dauerten an. Ein Termin für ihren Abschluss gebe es noch nicht. Regierungsvertreter hatten wiederholt erklärt, dass eine direkte deutsche Staatsbeteiligung bei EADS nicht zur Diskussion stehe. Es gehe um private und öffentlich-rechtliche Finanzkonzerne, die sich engagieren sollen. Hintergrund ist der Wunsch des deutschen EADS-Großaktionärs DaimlerChrysler , seinen Anteil von 22,5 Prozent auf 15 Prozent abzubauen. Einspringen soll nach dem Willen der Regierung ein Konsortium aus deutschen Finanzinstituten. Die unternehmerische Verantwortung auf deutscher Seite soll aber ungeschmälert bei DaimlerChrysler bleiben, der weiter über seine aktuellen Stimmrechte verfügen könnte.

Probleme mit Haltefristen

Einen Streitpunkt in den Verhandlungen stellen nach Medienberichten die vorgesehenen Haltefristen für die deutschen Finanzinvestoren bei EADS dar. Der „Spiegel“ berichtete, die Institute sollten ihre stimmrechtlosen Anteile zwischen drei und fünf Jahre halten. Im Gegenzug sollten sie eine um über 100 Prozent erhöhte Dividende des Luftfahrtkonzerns erhalten, sofern dieser eine Gewinnausschüttung vornehme. Das aber mache die Rechnung für den Investor unkalkulierbar. Auch der „Tagesspiegel“ berichtete von Widerstand aus den Finanzinstituten gegen diesen Passus. Die Bemühungen der deutschen Regierung zielen darauf ab, das deutsch-französische Gleichgewicht im Eigentümerkreis der EADS weiter aufrechtzuerhalten, obwohl der deutsche Großaktionär DaimlerChrysler seine Position etwas abbauen möchte.

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