Boeing im Sparzwang
Zulieferer sollen länger auf ihr Geld warten

Der Flugzeugbauer Boeing ändert seine Zahlmodalitäten: Künftig sollen Zulieferer 120 statt bislang 30 Tage auf die Bezahlung einer Rechnung warten. Das entspreche Branchengepflogenheiten, so eine Sprecherin.

New YorkBoeing zieht als Teil seines Sparprogramms die Daumenschrauben bei den Zulieferern an. Der Flugzeugbauer werde diese unter anderem nun erst nach 120 Tagen statt bislang 30 Tagen bezahlen, verlautete am Donnerstag aus Unternehmens- und Branchenkreisen. Zudem werde der Airbus -Rivale seine Lager verkleinern und sich darauf verlassen, dass die Zulieferer entsprechende Bestände hielten. Ein Boeing-Sprecherin bestätigte, dass die Bezahlmodalitäten „in Anpassung an die Branchengepflogenheiten“ bei großen Zulieferern geändert würden. Kleinere Unternehmen seien ausgenommen. In den meisten Fällen entsprächen die neuen Bedingungen zudem denen, die die Firmen für ihre eigenen Zulieferer hätten.

Boeing hatte 2012 ein Kostensenkungsprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen die Zulieferer ihre Preise um 15 Prozent senkten. Diese erklärten nun, der Chef des Großkonzerns, Dennis Muilenburg, habe eine neue Kürzungsrunde eingeläutet. „Ich war in einem Meeting mit Dennis, in dem er ausdrücklich auf die Notwendigkeit einging, von den Zulieferern weitere Kostenreduzierungen zu erhalten“, sagte Dave Gitlin, Präsident von United Technologies Aerospace Systems (UTX). Sein Unternehmen habe den verzögerten Zahlungen nicht zugestimmt, weil es selbst auf seine Zahlungsströme achten müsse. Der Chef des Zulieferers Mitsubishi Heavy Industries, Shunichi Miyanaga, erklärte, sein Unternehmen habe zu diesem Punkt noch keine Entscheidung getroffen.

Muilenburg hat angekündigt, die operative Gewinnmarge von Boeing bis 2020 auf Werte um die 15 Prozent heben zu wollen. Nach Daten von Thomson Reuters lag sie im vergangenen Jahrzehnt im Durchschnitt bei 6,9 Prozent, während Erzrivale Airbus auf 3,7 Prozent kommt. Damit liegen die Flugzeughersteller deutlich hinter den Gewinnmargen bei vielen ihrer Zulieferer: UTX liegt den Daten zufolge bei etwa 16 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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