Boom bei Nutzfahrzeugen und hohe Nachfrage in Asien
ZF bleibt im Vorwärtsgang

Der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen zeigt anders als Branchenprimus Bosch kein Interesse an Teilen des angeschlagenen US-Konkurrenten Delphi.

FRIEDRICHSHAFEN. Es gibt nichts größeres in der aktuellen Betrachtung“, sagte ZF-Chef Siegfried Goll im Gespräch mit dem Handelsblatt. Nur Marktanteile in den USA zu kaufen, sei zu teuer. Unternehmen die unter Einfluss der mächtigen Gewerkschaft UAW stünden, kämen ohnehin nicht in Betracht.

Vorerst will das Unternehmen vom Bodensee weiter aus eigener Kraft wachsen. Das scheint in diesem Jahr auch wieder zu gelingen. „Wir sind gut unterwegs. Nach neun Monaten sieht es so aus, als ob am Ende des Jahres ein Wachstum von sieben Prozent ohne Zukäufe herauskommen wird", sagte Goll. Positiv auf das Geschäft habe sich der Boom bei Nutzfahrzeugen und die hohe Nachfrage nach Baumaschinen in Asien ausgewirkt. Sehr gut laufen die Sechsgang-Automatikgetriebe für PKW sowie Aktivlenkung und geregelte Fahrwerksdämpfung.

Auch in Zukunft sieht Goll ZF auf gutem Weg. Bei der elektronischen Vernetzung von Getriebe und Fahrwerk sieht der ZF-Chef noch viel Potenzial. Vor vier Jahren hatte ZF den Fahrwerksspezialisten Sachs übernommen, der derzeit ein Fünftel des Gesamtumsatzes von rund 10 Mrd. Euro ausmacht. „ZF ist gerade bei diesem Zukunftsthema hervorragend aufgestellt und als Zulieferer für die Hersteller nicht austauschbar“, sagte Nicolas Pallis Berater und Spezialist für Zulieferer. ZF fehle als Systemanbieter der Komponenten, die das Fahrgefühl eines Autos ausmachen, nur noch ein Bremsenhersteller. Bislang hielt sich ZF bei diesem Thema zurück, weil die Hersteller meist fest mit ihren speziellen Bremsenherstellern verbunden sind.

Sorgen bereitet Goll die Schwäche der beiden weltgrößten Autohersteller GM und Ford. „Wir spüren den Marktrückgang dieser Marken", räumte Goll ein. ZF erzielt 16 Prozent des Konzernumsatzes in den USA. Die Schwäche der US-Giganten will ZF durch zusätzliches Geschäft mit den aufstrebenden asiatischen Herstellern kompensieren. „Wir wollen vor allem das Geschäft mit den japanischen und koreanischen Werken in USA, Europa und Asien intensivieren“, betonte Goll. Mittelfristiges Ziel sei es, den Umsatzanteil Asiens von sieben auf zehn Prozent zu erhöhen.

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