Boom im Dram-Geschäft
Gute Aussichten für Speicherchips

Das Geschäft mit so genannten Drams läuft wie geschmiert. Anbieter solcher Speicherbausteine, dessen Inhalt verloren geht, sobald der Strom abgeschaltet wird, kommen kaum mit der Produktion nach. Was den Produzenten momentan besonders Freude macht: Ein Abschwung in der Branche ist derzeit nicht in Sicht

jojo MÜNCHEN. „Wir konnten die Nachfrage im vergangenen Quartal nicht befriedigen“, sagt Mike Sadler, Vertriebschef des amerikanischen Halbleiterproduzenten Micron. Der viertgrößte Dram-Anbieter der Welt konnte für die Chips zuletzt 15 Prozent mehr verlangen als im Vorquartal.

Micron hat in dem am 30. November zu Ende gegangenen ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs den Gewinn auf 192 Mill. Dollar mehr als verdreifacht. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Dollar. Das zeigt, dass sich der seit Monaten anhaltende Boom im Dram-Geschäft ungebremst fortsetzt.

Bereits im Herbst hatten die Produzenten von voll ausgelasteten Fabriken berichtet. Davon profitiert die Münchener Qimonda. Auch die Infineon-Tochter legte zuletzt gute Zahlen vor. Das schlägt sich im Aktienkurs nieder: Zum Börsengang im August kostete das Papier an der Wall Street noch 13 Dollar. Jetzt notiert die Aktie bei fast 18 Dollar. Die Analysten der Hypo-Vereinsbank gehen davon aus, dass damit nicht Schluss ist. Sie rechnen mit einem Kurs von 20 Dollar und empfehlen den Wert zum Kauf.

Dram ist die Abkürzung für Dynamic Random Access Memory und bezeichnet einen Speicherbaustein, dessen Inhalt verloren geht, sobald der Strom abgeschaltet wird. Dass das Geschäft momentan so gut läuft, liegt unter anderem an den Hauptkunden der Hersteller, den Computerbauern. Diese stopfen immer leistungsfähigere Drams in ihre Maschinen, damit das neue Microsoft-Betriebssystem Vista besser läuft. Vista wird rund um die Erde auf fast jedem PC und Notebook installiert. Dazu kommt, dass immer mehr Dram-Chips in Geräte der Unterhaltungselektronik eingebaut werden.

Insgesamt rechnen die Marktforscher von IC Insights damit, dass der Dram-Umsatz 2006 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel steigt. Die Experten von Gartner prognostizieren sogar ein Plus von 34 Prozent auf knapp 34 Mrd. Dollar. Zum Vergleich: 2005 schrumpfte der Markt noch um fünf Prozent. Der gesamte Chipmarkt wird dieses Jahr Schätzungen zufolge um acht Prozent wachsen.

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