Branche erholt sich
Die Chemie stimmt am Standort

Auch wenn der Fokus auf Banken, Börse und Flughafen liegt: Frankfurt ist noch immer Chemie- und Pharmastandort mit einer über 140-jährigen Tradition. Daneben mausert sich die Stadt auch zu einem bedeutenden Biotechnologie-Zentrum.

FRANKFURT. Nach der Umstrukturierung der Hoechst AG 1998 hat sich die Branche erholt und lässt wieder die Muskeln spielen. Auf dem 460-Hektar-Gelände des einstigen Chemieriesen ist der Industriepark Höchst entstanden, mit inzwischen mehr als 80 Unternehmen und insgesamt 22 000 Mitarbeitern. 120 Produktionsanlagen gibt es hier und rund 800 Gebäude, vom Laborkomplex bis hin zum effizienten Technikum.

Die meisten der Standortgesellschaften sind in den Bereichen Chemie, Pharma und Biotechnologie tätig. Zu den bekanntesten zählen der Pharmakonzern Sanofi-Aventis, Clariant (Spezialchemie), der Pflanzenschutz-Spezialist Bayer CropScience, die Chemiefirma Celanese und Infraserv Höchst, die Betreibergesellschaft des Industrieparks. "In den letzten fünf Jahren haben alle Industriepark-Firmen zusammen über 2,3 Milliarden Euro hier am Standort investiert - seit 2000 im Schnitt rund 400 Mill. Euro pro Jahr", berichtet Infraserv-Geschäftsführer Jürgen Vormann. Das ist mehr als zu Zeiten der Hoechst AG, als hier maximal 250 Millionen Euro investiert wurden.

Sanofi-Aventis, größtes Unternehmen und größter Investor des Industrieparks, legte Ende April den Grundstein für eine neue Produktionsstätte zur Fertigung von Insulin-Pens für den Weltmarkt. 150 Millionen Euro werden in das neue Werk gesteckt - bis zu 500 neue Arbeitplätze entstehen, weitere Ausbaustufen sind geplant. Schon 2005 hatte Sanofi-Aventis hier 200 Millionen Euro investiert, ein großer Teil davon floss in den Bau zweier Insulinanlagen. Durch sie ist der Industriepark nun einer der größten Insulin-Produktionsstandorte der Welt.

Auch andere Anlagen auf dem Gelände setzen international Maßstäbe. So ist das neuste Projekt von Clariant eine 20 Millionen Euro teure Licocene-Anlage zur Herstellung von Hochleistungspolymeren. Und Infraserv Höchst mit den Tätigkeitsfeldern Energie- und Rohstoffversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Umweltschutz und Gesundheit hat 2005 für 17 Millionen Euro die Modernisierung der biologischen Kläranlage im Industriepark abgeschlossen - 20 Millionen Euro flossen in die Modernisierung der Purified-Water-Anlage für das bei der Pharmaproduktion notwendige Reinstwasser. Damit ist der Industriepark Standort der weltweit größten Anlage von Pharmawasser.

Infraserv Höchst beteiligt sich darüber hinaus am EU-Projekt "Zero Regio", das die Nutzung der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie vorantreiben soll.

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