Branchenausblick
Baugewerbe kratzt noch mal die Kurve

Es könnte gerade noch einmal gut ausgehen. Das Baugewerbe wird wohl dieses Jahr knapp an der Rezession vorbei kommen. Der Zentralverband der Branche hofft zumindest noch auf ein minimales Wachstum.

BERLIN. Das Baugewerbe schrammt im laufenden Jahr knapp an der Rezession vorbei. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) prognostizierte in Berlin einen Umsatzzuwachs von 1,3 Prozent gegenüber 2008. Die Beschäftigtenzahl wird nach Angaben von Verbandspräsident Hans-Hartwig Loewenstein auf dem Vorjahresniveau mit 705.000 zu halten sein.

Allerdings forderte Loewenstein unter Verweis auf eine defizitäre Entwicklung im Wohnungsbau ein spezielles „Konjunkturpaket Wohnungsbau“. Die IG Bau beklagte föderalismusbedingte Mängel bei der Förderung der baulichen Infrastruktur und forderte entsprechende Nachbesserung beim Konjunkturpaket II.

Die Bremsspuren in der Gesamtbilanz der Investitionen sind laut Loewenstein dem Wohnungsbau anzulasten. Er nahm 2008 um nur 0,7 Prozent auf 123 Milliarden Euro zu. Demgegenüber habe der Wirtschaftsbau um über 7 Prozent auf 69 Milliarden Euro und der öffentliche Bau um 2,2 Prozent auf 27 Milliarden Euro zugelegt. Diese Zahlen spiegelten sich im Umsatz wider, so dass ein Gesamtergebnis von knapp 2 Prozent Umsatzwachstum für 2008 herauskomme.

Der Wohnungsbau verlor den Angaben zufolge mit dem Auslaufen der Eigenheimzulage 2006 dramatisch an Boden und hinkt inzwischen weit hinter dem Bedarf her. Dennoch sehe das Konjunkturpaket über die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hinaus keine Mittel vor. Loewenstein schlug Steuerentlastungs- und Steuerstundungsmodelle vor, die den Staatshaushalt per Saldo nicht belasteten, aber private Investitionen auslösen könnten.

Der Vorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Klaus Wiesehügel, begrüßte das Konjunkturpaket grundsätzlich und würdigte dessen beschäftigungssichernde Wirkung. Als klaren Mangel bezeichnete er jedoch im Südwestrundfunk die Tatsache, dass laut Föderalismusreform Bundesgeld für Infrastrukturarbeiten nur im Zuständigkeitsbereit des Bundes ausgegeben werden könne. Damit seien viele Maßnahmen im kommunaler Zuständigkeit wie Straßen- und Kanalbau sowie die Sanierung öffentlicher Gebäude von dem Programm ausgeschlossen. Dies müsse noch vor der Verabschiedung des Konjunkturpakets geklärt und entsprechend geändert werden, verlangte Wiesehügel. Das Konjunkturpaket II steht am Freitag im Bundestag zur Verabschiedung an.

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