Chemiekonzern
BASF gliedert Geschäftsbereich aus

Der Chemiekonzern BASF will sein Geschäft für Standardkunststoffe zum Jahresende in eine eigene Gesellschaft ausgliedern. Analysten schließen nicht aus, dass sich der Konzern mit der Ausgliederung auch die Möglichkeit für eine förmliche Verkaufs-Auktion schaffen will.
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FRANKFURT. Die BASF AG will ihr weltweites Geschäft mit Styrolkunststoffen zum Jahresende in eine eigene Gesellschaft mit dem Namen Styrolution ausgliedern. Lediglich die Styrolproduktion im Stammwerk Ludwigshafen soll Teil des BASF-Verbunds bleiben. Das bestätigte ein Sprecher des Chemiekonzerns.

Der Ludwigshafener Konzern unternimmt damit einen weiteren Schritt in Richtung Ausstieg aus dem Styrolgeschäft. Allerdings tut sich der Konzern offenbar nach wie vor schwer, einen Käufer für den Bereich zu finden.

Das neue Unternehmen mit etwa 1.400 Mitarbeitern und schätzungsweise drei Milliarden Euro Jahresumsatz wird daher zunächst als 100-prozentige Tochtergesellschaft der BASF agieren. An der strategischen Entscheidung, sich aus diesem Geschäft zu verabschieden, habe sich aber nichts geändert, heißt es.

Analysten schließen nicht aus, dass sich der Konzern mit der Ausgliederung auch die Möglichkeit für eine förmliche Verkaufs-Auktion schaffen will. Auf diese Weise hat zum Beispiel die US-Firma Dow Chemical ihre Styrol-Tochter Styron veräußert. Sie ging im März für 1,6 Milliarden Dollar an Bain Capital.

Styrolkunststoffe werden unter anderem zur Herstellung von Folien, Dämmstoffen und Formteilen genutzt. Das Geschäft mit diesen Standardkunststoffen ist durch harten Wettbewerb und hohe Schwankungen bei Preisen und Margen geprägt. Die Erträge in dem Bereich werden zudem stark davon beeinflusst, inwieweit man kostengünstigen Zugang zum Ausgangsmaterial Benzol hat. Etliche westliche Chemiekonzerne haben deshalb in den letzten Jahren den Rückzug angetreten. Lanxess etwa gab die Styrol-Kunststoffe 2007 an die britische Ineos-Gruppe ab.

Die Sparte soll nicht unter Wert abgegeben werden

Auch BASF arbeitet bereits seit drei Jahren am Abschied vom Styrolgeschäft, um dadurch die Präsenz in volatilen Geschäftsfeldern zum reduzieren. Der Konzern hat die Aktivitäten 2008 in der Sparte Styrenics gebündelt und vom übrigen Kunststoffsegment getrennt.

Der zunächst geplante Verkauf an Lyondellbasell scheiterte an den Finanzproblemen und der nachfolgenden Insolvenz des niederländischen Petrochemie-Konzerns.

Styrenics verbuchte 2009 einen Umsatzrückgang um gut ein Drittel auf 2,5 Milliarden Euro und lieferte damit noch rund fünf Prozent des BASF-Konzernumsatzes von 51 Milliarden Euro. Für das erste Halbjahr 2010 weist die Sparte allerdings einen kräftigen Umsatzanstieg um 54 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro aus. Auch die Ertragskraft habe sich deutlich verbessert, heißt es im Halbjahresbericht. Der Bereich verdient nach BASF-Angaben derzeit seine Kapitalkosten. Man stehe daher nicht unter Zeitdruck und wolle die Sparte nicht unter Wert abgeben, bekräftigte jüngst BASF-Vorstandsmitglied Martin Brudermüller.

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