Chemiekonzern
BASF streicht 2 000 Stellen

Schlecht, aber nicht so schlecht wie erwartet: BASF hat im ersten Quartal 2009 einen massiven Umsatz- und Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Darauf reagiert der Chemiekonzern: Weil er Konzernchef Jürgen Hambrecht keine Trendwende absehen kann, hat den Abbau von 2 000 Arbeitsplätzen angekündigt.

HB MANNHEIM. Der Chemiekonzern BASF hat im Sog der Wirtschaftskrise zum Jahresauftakt einen herben Gewinneinbruch verbucht. „Eine Trendwende ist nicht in Sicht“, erklärte Konzernchef Jürgen Hambrecht am Donnerstag vor Beginn der Hauptversammlung in Mannheim. Vor Sondereffekten - wie etwa Restrukturierungen - sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im ersten Quartal um 58,2 Prozent auf 985 Mio. Euro geschrumpft, teilte das weltgrößte Chemieunternehmen mit. Analysten hatten im Schnitt mit 744 Mio. Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb für die Monate Januar bis März ein Überschuss von 375 Mio. Euro, der damit um 67,9 Prozent binnen Jahresfrist wegschmolz.

Zeitweilige Verbesserungen der Geschäfte in einzelnen Regionen und Branchen seien keine nachhaltigen Anzeichen für einen Aufschwung, erklärte der Konzern. Hambrecht bekräftigte für das Gesamtjahr 2009 frühere pessimistische Prognosen. Unter Einbeziehung der jüngsten Übernahmen von Ciba und der norwegischen Ölfirma Revus werde der Umsatz voraussichtlich unter Vorjahr liegen. Der Betriebsgewinn, der durch Kosten für die Integration der übernommenen Geschäfte belastet werde, solle noch deutlicher sinken als der Umsatz. „Unser Ziel, die Kapitalkosten zu verdienen, wird damit immer schwieriger zu erreichen“, sagte der Manager.

Die Nachfrage nach chemischen Produkte hat sich BASF zufolge seit Jahresbeginn nochmals abgeschwächt. Das habe das weltweite Geschäft im ersten Quartal stark geschmälert. Der Absatz ging im Quartal um 20 Prozent zurück. Der Konzernumsatz verringerte sich um 23,3 Prozent auf 12,22 Mrd. Euro.

Die Wirtschaftskrise hat die Chemiebranche rund um den Globus fest im Griff: So verzeichnete auch der US-Chemieriese Dupont im Auftaktquartal einen Gewinneinbruch. Zudem senkte DuPont seine Prognosen für dieses Jahr. Der saudiarabische Chemieriese Sabic wies wegen des weltweiten Nachfrageeinbruchs sogar zum ersten Mal seit mindestens fünf Jahren einen Verlust aus. Bayer rutschte im Auftaktquartal in seinem Kunststoffgeschäft beim operativen Ergebnis in die roten Zahlen.

BASF hatte bereits wegen des Nachfrageeinbruchs weltweit Produktionskapazitäten deutlich gedrosselt, legte Anlagen vorübergehend still und zog Wartungsarbeiten vor. In Ludwigshafen hatte der Konzern mehrere Produktionsanlagen komplett heruntergefahren und eine von zwei petrochemischen Großanlagen (Steamcrackern) für mehrere Monate abgestellt.

Ab Juni soll es zudem am Stammsitz Ludwigshafen Kurzarbeit geben. Der Konzern will sich auch mit einem Sparprogramm gegen die Krise stemmen. Damit sollen schrittweise bis 2012 Ergebnisverbesserungen von mehr als eine Milliarde Euro jährlich erzielt werden. Weltweit will BASF dieses Jahr mindestens 2000 Stellen abbauen. Ende 2008 hatte der Chemieriese 97 000 Beschäftigte.

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