Chemiekonzern
Evonik hangelt sich durch

Immobilienverkäufe schieben das Ergebnis des Spezialchemie-Konzerns Evonik an. Im Kerngeschäft kämpft das Unternehmen mit sinkenden Preisen und Währungseffekten. Dennoch bleibt der Konzernchef bei seinem Ergebnisziel.
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DüsseldorfDie lahmende Branchenkonjunktur, der starke Euro und ein Preisverfall bei wichtigen Produkten drücken Umsatz und operativen Gewinn des Spezialchemiekonzerns Evonik. Der operative Ertrag des Börsenneulings ging indes nicht so stark zurück wie von Analysten befürchtet. Seine bereits im August gekürzte Jahresprognose konnte Konzernchef Klaus Engel am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal bestätigen. Die Talfahrt habe sich zuletzt verlangsamt: „Verglichen mit dem zweiten Quartal 2013 haben sich unsere operativen Ergebnisse im Zeitraum Juli bis September leicht verbessert“, betonte Engel.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf 518 Millionen Euro. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Im Vorquartal stand allerdings noch ein Minus von fünf Prozent in den Büchern. Unter dem Strich konnte Evonik von Juli bis September aber wegen eines Sondereffekts ein deutliches Plus verbuchen: Getrieben durch Immobilien-Verkäufe stieg der Überschuss auf 1,47 Milliarden Euro von zuvor 355 Millionen Euro.

Federn mussten die beiden größten Unternehmenssparten lassen. Rückläufige Verkaufspreise verzeichnete Evonik unter anderem bei Aminosäuren für die Tierernährung - die Sparte Consumer, Health & Nutrition verzeichnete ein Umsatzminus von drei Prozent im Quartal. Noch stärker fielen die Rückgänge in der Sparte Specialty Materials aus, die Produkte für die Gummi- und Kunststoffindustrie liefert. Hier schrumpften die Erlöse um sieben Prozent.

Konzernchef Engel erwartet für dieses Jahr weiterhin stagnierende Umsätze und ein bereinigtes Ebitda in der Größenordnung von zwei Milliarden Euro. 2012 hatte Evonik ein bereinigtes Ebitda von 2,59 Milliarden Euro und einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erzielt. Engel geht damit nicht von einer deutlichen Belebung der Konjunktur bis zum Jahresende aus.

"Das Konjunkturumfeld wird voraussichtlich herausfordernd bleiben", hatte auch der Konzernchef des Branchenprimus BASF, Kurt Bock, jüngst erklärt: „Wir rechnen nicht mit einer Belebung des globalen Wirtschaftswachstums im vierten Quartal.“ BASF drückt deshalb weiter auf die Kostenbremse - und auch Evonik-Chef Engel hatte im September ein neues Sparprogramm vorgelegt. Branchenkreisen zufolge will er rund 1000 Stellen bis Ende 2016 abbauen - rund drei Prozent der Belegschaft von derzeit rund 33.000 Menschen. Die Essener, die im April ihr Börsen-Debüt gegeben haben, wollen die Verwaltungskosten so ab Ende 2016 um bis zu 250 Millionen Euro pro Jahr drücken.

Evonik war im vergangenen April nach mehreren vergeblichen Anläufen der Sprung aufs Börsenparkett geglückt. Damals erreichte die Aktie mit 33,20 Euro auch ihr Jahreshoch. Am Donnerstag kosteten sie im Frankfurter Frühhandel noch 27,86 Euro, zwei Prozent mehr als am Vortag. Die Anleger können aber zumindest auf eine steigende Dividende hoffen. Der Mehrheitseigner RAG-Stiftung hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er auf eine Dividende von einem Euro pro Anteilsschein für 2013 setzt - nach 0,92 Euro je Aktie für das Jahr 2012.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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