Chemieriese entsteht
Basell steht vor neuer Milliardenübernahme

Nur wenige Tage nach der geplatzten Übernahme des US-Chemiekonzerns Huntsman hat die niederländische Chemiefirma Basell das nächste Ziel ins Visier genommen. Durch die Übernahme entsteht eines der größten Chemieunternehmen der Welt.

HB NEW YORK. Basell wolle den US-Rivalen Lyondell Chemical für 19 Mrd. Dollar kaufen, teilte das von der US-Industriegruppe Access Industries des russischstämmigen Milliardärs Len Blavatnik kontrollierte Unternehmen am Dienstag mit. Mit 48 Dollar je Aktie zahlt Basell einen Aufschlag von 45 Prozent auf den Aktienkurs vom 10. Mai – dem Tag bevor Access sein potenzielles Interesse geäußert haben soll. Ohne Schulden liegt der Kaufpreis bei 12,14 Mrd. Dollar. Die Führungsgremien beider Firmen haben der Übernahme bereits zugestimmt.

Erst vergangene Woche hatte die US-Spezialchemiefirma Hexion den Niederländern den Konkurrenten Huntsman für mehr als zehn Mrd. Dollar vor der Nase weggeschnappt. Huntsman kündigte den bereits geschlossenen Fusionsvertrag mit Basell und traf stattdessen eine Übernahmevereinbarung mit Hexion. Basell hatte sein Übernahmeangebot von 9,6 Mrd. Dollar nicht aufstocken wollen. Den Niederländern blieb aber ein Trostpflaster von 200 Mill. Dollar, dass sie wegen der Aufkündigung der ursprünglichen Fusionsvereinbarung je zur Hälfte von Hexion und Huntsman erhalten.

„Der Zusammenschluss von Basell und Lyondell schafft eines der Top-Chemieunternehmen der Welt. Diese Kombination stärkt die langfristige Position von Access in der weltweiten Petrochemie-Branche“, erklärte Access-Gründer Blavatnik. Im vergangenen Jahr kamen Basell und Lyondell zusammen mit rund 15 000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 34 Mrd. Dollar – deutlich mehr als bei einem Zusammengehen mit Huntsman herausgekommen wäre. Denn mit Huntsman wäre Basell 2006 mit rund 20 900 Mitarbeitern auf einen Umsatz von mehr als 26 Mrd. Dollar gekommen. Lyondell ist nach eigenen Angaben das drittgrößte börsennotierte Chemieunternehmen in Nordamerika.

Die Kunststoff-Branche ist derzeit stark in Bewegung. So kündigte der weltgrößte Chemiekonzern BASF am Dienstag an, den Verkauf von Teilen seines Geschäfts mit Styrol-Kunststoffen zu prüfen. Der britische Ineos-Konzern will vom Chemiekonzern Lanxess dessen Kunststoffsparte Lustran Polymers mehrheitlich übernehmen. Zudem hatte der US-Mischkonzern General Electric den Verkauf seiner Plastik-Sparte für 11,6 Mrd. Dollar an den saudiarabischen Chemieriesen Sabic angekündigt, an der auch Basell interessiert war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%