Chemikalienhändler
Brenntag muss Jahresprognose kassieren

Der niedrige Ölpreis bremst Brenntag aus. Andere Unternehmenssparten konnten die Verluste aus dem Öl- und Gasgeschäft nicht abfedern. Der weltgrößte Chemikalienhändler muss seine Jahresprognose kassieren.

FrankfurtDer weltgrößte Chemikalienhändler Brenntag kippt unter dem Druck schwächelnder Nordamerika-Geschäfte seine Jahresprognose. Das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr peilt im Gesamtjahr nur noch einen operativen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 790 bis 810 Millionen Euro an. Das sind rund fünf Prozent weniger als bisher geplant.

Der niedrige Ölpreis bremse die Nachfrage in der nordamerikanischen Öl- und Gasindustrie weiter, erklärte Vorstandschef Steven Holland am Donnerstag. „Durch eine zusätzliche Konjunkturabschwächung wurde es uns erschwert, diese Entwicklung durch Geschäft in anderen Kundenindustrien auszugleichen.“

Das MDax -Unternehmen handelt in 72 Ländern mit über 10.000 Chemikalien und macht rund ein Drittel seines Umsatzes in Nordamerika. Angesichts der Schwäche im dortigen Öl- und Gasgeschäft richte sich Brenntag künftig stärker auf die weniger volatile Schmierstoff-Industrie aus, kündigte Holland an. Deshalb übernehme der Konzern zwei US-Firmen aus dieser Branche, J.A.M. Distributing Company und G.H. Berlin-Windward. Beide zusammen peilten 2016 einen Umsatz von 780 Millionen Dollar an.

Im dritten Quartal blieb Brenntag hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Umsatz stieg zwar um 0,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, und der Betriebsgewinn (Ebitda) erhöhte sich um 7,5 Prozent auf 204,4 Millionen Euro. Ohne Währungseffekte ergibt sich jedoch ein Minus von 6,1 beim Umsatz und von 2,0 Prozent beim Gewinn.

Brenntag-Aktien gaben vorbörslich 7,5 Prozent nach.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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