Chery müht sich um Partnerschaft
Chinesen brauchen Chrysler

Mit dem Verkauf von Chrysler ist ein wichtiges Projekt ins Stocken geraten: ein Kleinwagen, den der chinesische Autobauer Chery für die US-Amerikaner fertigen soll. Die Chinesen mühen sich nun um Klarheit, haben sie doch hochtrabende Pläne für die westlichen Märkte. Mit diesen sind die Manager aus dem Reich der Mitte allerdings schon einmal auf die Nase gefallen.

PEKING. Chery hat erklärt, man wolle „sehr bald“ in Gesprächen mit dem neuen Chrysler-Eigentümer die geplante Kleinwagen-Partnerschaft klären. „Man kann nicht sagen, dass das Projekt beendet ist“, wird ein führender Chery-Manager in den chinesischen Medien zitiert. Das Gemeinschaftsprojekt werde vorangetrieben, sagte ein Firmendsprecher auch der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach der im vergangenen Herbst getroffenen Vereinbarung soll Chery für Chrysler Kleinwagen in China bauen, die zunächst in Nordamerika verkauft werden sollen. Der Verkauf von Chrysler an die Investmentgesellschaft Cerberus hatte das Projekt jedoch in Frage gestellt. Die bereits für April angekündigte Präsentation des US-Modells sei darum nicht erfolgt, hatte Zhang Li, General Manager für das internationale Geschäft, vergangene Woche dem Handelsblatt gesagt.

„Wir haben noch keinen Kontakt zu den neuen Eigentümern“, so Zhang, der damit auch den Stillstand der Gespräche bestätigte. Am Mittwoch gab Chery nach Reuters-Angaben noch immer keine Auskunft, in welchem Stadium sich die Vereinbarung mit Chrysler nun befinden. Die Partnerschaft muss noch von der chinesischen Regierung gebilligt werden, die auch Eigentümer von Chery ist.

Chrysler hatte bereits erklärt, der Konzern setze auch unter der künftigen Alleinherrschaft auf eine Kooperation mit Chery. „Vielleicht werden wir etwas mehr Zeit brauchen, wir sind aber zuversichtlich, dass wir es hinkriegen“, wurde ein Chrysler-Sprecher aus Detroit in den US-Medien zitiert. Auch der Chrysler-Sprecher in Peking hatte dem Handelsblatt erklärt, dass trotz der Trennung von Chrysler aller Projekte in China weitergehen sollen.

Für Chery wäre eine neuerliche Verzögerung ein herber Rückschlag beim schon länger angestrebten Einstieg auf den US-Markt. Eigentlich wollte Chery als erste chinesische Automarke längst auf dem US-Markt sein, doch die Partnerschaft mit US-Unternehmer Malcolm Bricklin wurde Ende vergangenen Jahres abgeblasen. Bricklin, der in den sechziger Jahren Subaru nach Amerika gebracht hatte, wollte bereits dieses Jahr 250 000 Chery-Autos auf dem US-Markt verkaufen.

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