Chinesischer Autobauer
Brilliance will Europa aufrollen

Kaum ist der erste Brilliance in Deutschland verkauft, bläst der chinesische Autohersteller bereits zur Europa-Offensive. Der Neuling will kurz hintereinander mehrere weitere Modelle einführen. Die Ziele sind hoch gesteckt – die Preise für die Fahrzeuge aus dem Reich der Mitte allerdings auch. Und das, obgleich es bei der Technik noch hapert.

PEKING. Im August werde die neue Marke aus Fernost ihr zweites Modell auf den deutschen Markt bringen und mit dem europaweiten Verkauf starten, sagte Hans-Ulrich Sachs, geschäftsführender Gesellschafter des Generalimporteurs HSO, dem Handelsblatt. Zunächst werde Brilliance in Holland, Frankreich, Belgien, Luxemburg, der Schweiz sowie in Griechenland und Spanien in den Handel kommen.

Bis Ende nächsten Jahres sollen insgesamt vier Brilliance-Modelle in Europa angeboten werden, darunter ein Coupé und ein Kombi. Ziel ist laut Sachs ab 2010 in Europa 60 000 Autos im Jahr zu verkaufen, davon rund 12 000 in Deutschland. Europaweit peilt Chinas erster Auto-Export zunächst einen Vertrieb mit 700 Händlern an, die Hälfte davon in Deutschland.

Sachs zeigte sich zuversichtlich, dass der Hersteller die noch ausstehenden EU-Zulassungen in den kommenden drei Monaten bekommen werde. Die Emissionsschutzvorgaben sind nach seinen Worten erfüllt. Probleme mache Brilliance noch der Fußgängeraufprallschutz. Da hatten die Modelle aus China bei ersten TÜV-Tests ihrem Markennamen zum Trotz nicht so brillant abgeschnitten.

Brilliance – in China als Partner des Münchner BMW-Konzerns groß geworden – hat zudem angekündigt, seine Modelle ab 2008 auf dem weltgrößten Automarkt USA verkaufen zu wollen. Damit startet die Marke global kräftig durch, will vor allem den anderen Herstellern aus der Volksrepublik einen Schritt voraus sein. Denn auch Geely, SAIC, Chery oder Nanjing Automotive setzen zum großen Sprung nach Übersee an.

Die chinesischen Herausforderer wollen zunächst einmal den Erfolg der japanischen und koreanischen Automarken kopieren. Sie fliehen aber auch vor der wachsenden Konkurrenz und den steigenden Überkapazitäten am heimischen Markt. China ist der Automarkt mit den meisten Herstellern und meisten Modellen weltweit. Experten erwarten daher in den kommenden Jahren eine Übernahmewelle, der vor allem kleinere Marken zum Opfer fallen werden.

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