Coca-Cola entdeckt das Vanille-Aroma
Die Kids schlucken (fast) alles

Den Erfolg der Einführung von „Coca-Cola light lemon“ wollen die deutschen Manager des Getränkeriesen toppen: In diesen Tagen findet die Markteinführung der „Vanilla Coke“ statt, die bereits in den USA und Skandinavien ein Renner ist.

DÜSSELDORF. Der Erfolg kam für den Getränkegiganten aus Atlanta gerade zur rechten Zeit: Quasi aus dem Stand schaffte Coca-Cola mit der Einführung einer neuen Geschmacksvariante einer kalorienarmen Cola eine der erfolgreichsten Getränkeinnovationen der letzten Jahre in Deutschland. In dem Zeitraum von der Markteinführung im März bis zum Jahresende 2003 sollen 50 Millionen Liter „Coca-Cola light lemon“ durch durstige Teenagerkehlen geflossen sein.

Diesen Höhenflug wollen die deutschen Manager des Getränkeriesen nun toppen: In diesen Tagen findet die Markteinführung der „Vanilla Coke“ statt, die bereits in den USA und Skandinavien ein Renner ist.

Vor der Platzierung im deutschen Einzelhandel will der Konzern die Cola mit Vanille-Geschmack zunächst in ausgewählter Szenegastronomie anbieten. Parallel zur Einführung im Handel verteilen dann hurtige Hostessen über eine Million Gratisproben. Damit setzt das Unternehmen neue Maßstäbe, was das Tempo von Innovationen in der deutschen Getränkeindustrie angeht. Coca-Cola sucht offensiv einen Ausweg aus dem „Tal der Tränen“, in dem sich ein Großteil der Getränkeindustrie seit Einführung des Pfandes für Einwegverpackungen befindet.

Besonders betroffen vom Pflichtpfand sind nach Informationen der Wirtschaftsvereinigung alkoholfreie Getränke (wafg) klassische Erfrischungsgetränke wie Cola (durchschnittliches Absatzminus gegenüber dem Vorjahr 7,1 %), Limonaden (minus 14 %) und Bittergetränke (minus 25,7 %). Die Verbraucher meiden Dosen und Einwegflaschen als enthielten sie den Cholera-Erreger.Im Gegensatz zum Erzrivalen Pepsi, für den die Einführung des Pfandes wegen seiner fast ausschließlichen Orientierung auf Einweg in Deutschland zum Desaster wurde, konnte Coca-Cola mit Mehrweg-Aktionen punkten. Längst zeichnet sich der Markt für alkoholfreie Getränke als besonders innovationsfreudig aus. Denn die stark umworbenen jungen Konsumenten lassen Markentreue vermissen und probieren – auch bei Getränken – häufig etwas Neues aus.

Egal ob zuckersüßer Eistee oder mit Sauerstoff aufgepeppte Sportdrinks (Adelholzener Active O2): Die Kids schlucken derzeit (fast) alles.

Das ist auch die Chance, die der Limonaden-Konzern mit „Vanilla Coke“ ergreifen will. Doch während der Erfolg von „Light Lemon“ auch auf einen „gelernten Geschmack“ beruht – Cola wird in der Gastronomie oft mit einer Scheibe Zitrone im Glas serviert – wird sich die Vanille-Variante wahrscheinlich nicht so leicht auf dem Markt durchsetzen.

„Coca-Cola kann auf die Neugier der Zielgruppe vertrauen. Der Weltkonzern verfügt außerdem über die entsprechende Vertriebsmacht, um die neue Geschmacksrichtung in den Handel zu drücken“, ist Reiner Mihr, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Lebensmittel Praxis“, überzeugt. Doch ob der „Vanilla Coke“ auch ein langes (Produkt-)Leben beschieden ist, bezweifelt der Branchenexperte.

Schließlich war auch die Kirsch- Variante „Cherry Coke“ mal hip. Und ist trotzdem fast vergessen.

Quelle: Handelsblatt

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