Continental steigt um
Zulieferer hält mehr Geld für das Elektroauto bereit

Für Continental ist klar: Das Auto der Zukunft fährt elektrisch. Darauf reagiert der Autozulieferer – und steigert seine Investitionen in die Entwicklung von Elektroantrieben. Doch der Wechsel vollzieht sich langsam.
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HannoverDer Wechsel zum Elektroauto wird kommen, der Trend ist nicht mehr aufzuhalten. Deshalb setzt der hannoversche Automobilzulieferer Continental immer stärker auf den Elektroantrieb als Geschäft der Zukunft. In die Entwicklung der Elektroantriebe sollten bis 2021 rund 300 Millionen Euro mehr als bislang vorgesehen fließen, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit. In den vergangenen fünf Jahren sei bereits eine Milliarde Euro investiert worden. In diesem Jahr will Continental in der gesamten Antriebssparte ein Umsatzplus von neun Prozent auf acht Milliarden Euro erreichen.

Der Umstieg auf das Elektroauto wird allerdings seine Zeit brauchen. „In den den nächsten 15 Jahren spielt der Verbrennungsmotor eine wichtige Rolle“, sagte Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart am Nachmittag auf einer Analystenkonferenz. Der Anteil von Hybridmodellen mit Verbrennungs- und Elektromotor sowie von rein elektrisch angetriebenen Autos werde zwar von Jahr zu Jahr zunehmen, jedoch mit vergleichsweise langsamen Tempo. Zugleich nehme die Bedeutung von Benzin- und Dieselmotor beständig ab. Wegen der aktuellen Abgasdiskussion gerate besonders der Diesel stärker unter Druck.

Doch für ein Unternehmen wie Continental sei es im Moment sehr schwierig, die Entwicklung exakt vorherzusagen. Insbesondere in der politischen Diskussion und daraus abgeleitet bei den regulatorischen Vorgaben seien genaue Prognosen extrem schwierig. Es könnte noch mehr als zwei Jahre dauern, bis wirklich klare und eindeutige Entwicklungen erkennbar geworden sind. „Wir halten uns alle Optionen offen“, betonte der Conti-Vorstandschef. Das Elektroauto könnte schon 2025 eine größere Bedeutung bekommen haben oder doch erst fünf Jahre später.

Zu einem Wachstumsgeschäft soll das Elektroauto aber auf jeden Fall beim Dax-Konzern aus Hannover werden. Bis 2021 wolle Conti den Umsatz mit elektrifizierten Antrieben von zuletzt 130 Millionen auf dann bis zu eine Milliarde Euro steigern, ergänzte Spartenchef Jose Avila. Bis 2025 sieht er zusätzliches Umsatzpotenzial von zwei Milliarden Euro. In den Übergangsjahren werden zunächst Hybridmodelle eine wachsende Bedeutung bekommen, später übernehmen dann die rein batteriegetriebenen Fahrzeuge. Die zusätzlich geplanten Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro werden dafür sorgen, dass die operative Marge im Bereich Antriebstechnik („Powertrain“) etwas fallen wird. Continental spricht jetzt von zehn Prozent im Jahr 2019, ohne mögliche Anlaufverluste im Elektrobereich. Zuvor war noch die Rede davon, dass die zehn Prozent auch inklusive möglicher Elektroverluste erreicht werden könnten.

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