Dämpfer
Neue Produkte bremsen Grammer

Der bayerische Automobilzulieferer Grammer ist für das laufende Geschäftsjahr vorsichtig geworden. Die Umstellung auf neue Produkte und die steigenden Rohstoffkosten drücken das Ergebnis.

HB MÜNCHEN. Ein Gewinnrückgang im Startquartal dämpft den Optimismus des Autozulieferers Grammer für das Gesamtjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde zwar über dem Vorjahreswert liegen, aber nun doch nicht so stark wachsen wie der Umsatz, kündigte Vorstandschef Alois Ponnath am Montag im bayerischen Amberg an. Bisher war ein Plus von drei bis fünf Prozent angepeilt - wie bei den Erlösen, für die das Ziel weiterhin gilt. 2006 fuhren die Oberpfälzer ein Ebit von 39 Millionen Euro und einen Umsatz von 881 Millionen Euro ein. Wie Vorstandsmitglied Uwe Wöhner erläuterte, sorgen im laufenden Jahr Währungseffekte und steigende Materialkosten für Belastungen. Der Stahlpreis, der zur Zeit fünf bis zehn Prozent über den Erwartungen liege, werde weiter steigen.

Im ersten Quartal drückten teure Produktanläufe für neue Automodelle den Gewinn. Das Ebit sank um gut zwei auf 10,1 Millionen Euro. Nach Steuern brach der Gewinn auf 3,6 Millionen Euro ein; im Vorjahreszeitraum hatte Grammer noch sechs Millionen Euro verbucht. Der Umsatz kletterte dagegen von Januar bis März um sieben Prozent auf 237,7 Millionen Euro.

In der größten Sparte Automotive, aus der fast zwei Drittel der Erlöse stammten, liefen die Geschäfte zwar besser, aber der Gewinn schrumpfte wegen der Fertigungsumstellung. Grammer produziert für den überarbeiteten 5er von BMW Kopfstützen, Armlehnen und Teile der Mittelkonsole sowie eine crashaktive Kopfstütze für die neue C-Klasse von Mercedes-Benz. Der Konzern habe neue Projekte im Wert von 160 Millionen Euro gewonnen, darunter den Entwicklungsauftrag für die Mittelkonsole des Touareg von VW, sagte Wöhner.

Im Segment Fahrersitze sorgte besonders der anhaltende Lastwagen-Boom für Schub bei Umsatz und Ergebnis. Die kleinste Sparte Passagiersitze erreichte im ersten Quartal nach der Restrukturierung mit einem Ebit von 0,1 Millionen Euro wieder die Gewinnzone. Vor allem Sitze für Züge verkauften sich besser. Das schlechter laufende Busgeschäft will Grammer verkaufen. Die Gespräche mit einem strategischen Partner sollten voraussichtlich im zweiten Quartal abgeschlossen werden, sagte Wöhner. Die Aktie des im SDax notierten Konzerns gab bis zum Nachmittag gut ein Prozent auf 22,50 Euro nach.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%