Daimler
Investor fordert Ablehnung des Tognum-Angebots

Daimler kommt bei der Übernahme von Tognum kaum voran. Auch der US-Investor Guy Wyser-Pratte lehnt das Angebot ab. Der Chef des Autobauers, Dieter Zetsche, präsentiert sich auf der Hauptversammlung dennoch optimistisch.
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BerlinEine Woche nach der Vorlage seiner gemeinsamen Offerte von Daimler und dem Triebwerksteller Rolls-Royce für den Diesel-Großmotorenherstellers Tognum haben bisher lediglich 0,03 Prozent der freien Anleger das Angebot angenommen. Insgesamt seien 28,43 Prozent der Tognum-Aktien zum Preis von 24 Euro schon eingereicht worden, darin ist allerdings Daimlers eigener Anteil von 28,4 Prozent enthalten.

Das Übernahmeangebot für Tognum von 24 Euro pro Aktie läuft noch bis zum 18. Mai. Ein Daimler-Sprecher kommentierte die bisher schwache Resonanz auf die Übernahmeofferte gelassen. "Das ist der übliche Lauf der Dinge, aus dem sich keine Schlüsse auf den Erfolg des Angebots ableiten lassen", sagte er. "Abgerechnet wird zum Schluss." Es ist üblich, dass die großen institutionellen Investoren sich erst am Ende der Frist entscheiden, ob sie ihre Aktien verkaufen. Die Tognum-Großaktionäre ING, First Eagle, Delta Lloyd und Deka hatten bereits öffentlich einen höheren Angebotspreis gefordert.

Zudem sprach sich mit Guy Wyser-Pratte ein weiterer Aktionär gegen die Annahme der Offerte für 24 Euro je Aktie aus. "Wir fordern alle Aktionäre auf, Angebote abzulehnen, die nicht den wahren Wert ihrer Papiere widerspiegeln", schrieb der Investor aus New York in einem Brief, welcher der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Wyser-Pratte gilt als aggressiver Investor, der zuletzt beim Roboterbauer Kuka für Wirbel gesorgt hatte.

Daimler hatte mehrfach betont, das Angebot von 24 Euro je Aktie werde nicht erhöht. Die Aktie von Tognum stieg am Mittwoch um 0,3 Prozent auf 26,00 Euro und lag damit deutlich über dem Angebotspreis.

Damit das Angebot umgesetzt wird, müssen Daimler und Rolls-Royce am Ende der Übernahmefrist einen Anteil von 50 Prozent plus eine Aktie erreichen. Anschließend wollen sie Tognum zu einem führenden Anbietern von Antriebssystemen ausbauen und vor allem in Schwellenländern expandieren.

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