Daimler sucht Lösung der Führungskrise noch vor der IAA
Mercedes-Chef Cordes verkauft Aktien

Mercedes-Chef Eckhard Cordes hat Daimler-Aktien im Wert von mehr als drei Millionen Euro veräußert. Insider werten Cordes’ Verkaufsaktion als weiteres Indiz dafür, dass sich der Topmanager endgültig von dem Autokonzern trennen will.

hz FRANKFURT. Nur einen Tag nach der Ernennung des Chrysler-Chefs Dieter Zetsche zum künftigen Vorstandsvorsitzenden von Daimler-Chrysler übte Cordes am Freitag Aktienoptionen für gut 92 500 Anteile aus. Wenige Stunden später verkaufte er die Aktien mit einem Vorsteuergewinn von knapp einer halben Mill. Euro an der Frankfurter Börse. Das geht nach Informationen des Handelsblatts aus den meldepflichtigen Unterlagen über Aktiengeschäfte des Konzern-Managements hervor.

Cordes hatte Daimler-Chrysler-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper am Donnerstag gebeten, seinen Arbeitsvertrag vorzeitig aufzulösen. Zuvor hatte das Kontrollgremium überraschend den Rückzug von Vorstandschef Jürgen Schrempp zum Jahreswechsel verkündet und Zetsche als neuen Konzernlenker berufen. Auf diesen Posten hatte sich auch Cordes Hoffnung gemacht. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen wurde Cordes erst einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe über die Personalentscheidung informiert. Das Verhältnis zwischen Zetsche und Cordes gilt seit Jahren auch persönlich als unterkühlt. Der Aufsichtsrat hat noch nicht über Cordes’ Bitte entschieden, seinen Vertrag aufzulösen.

Dass Cordes sich nun auch finanziell von Daimler-Chrysler abwende, zeige, dass er für sich in dem Konzern keine Zukunft mehr sehe, hieß es in Branchenkreisen. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen streben wichtige Teile des Kontrollgremiums eine Nachfolgelösung für Mercedes-Chef Eckhard Cordes noch vor der Automobilausstellung IAA im September in Frankfurt an. „Wir dürfen die Entscheidung nicht übers Knie brechen, aber ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten vier Wochen bereits ein Personalpaket schnüren müssen“, hieß es.

Einen Favoriten für den vakanten Mercedes-Chefsessel gebe es noch nicht. Das Kontrollgremium liebäugele deshalb damit, die angeschlagene Mercedes-Gruppe übergangsweise vom designierten Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche führen zu lassen. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

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