Daimler & Rolls Royce
Tognum-Investoren prüfen neues Angebot

Nachdem Daimler und Rolls-Royce mit ihrem Übernahmeangebot den Tognum-Vorstand überzeugt haben, scheinen auch weitere Anleger die Offerte akzeptieren zu wollen. Die Investoren können sich bis zum 1. Juni entscheiden.
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FrankfurtNach dem Ja des Vorstands von Tognum zur 3,4 Milliarden Euro schweren Übernahme durch Daimler und Rolls-Royce geben auch Investoren des Friedrichshafener Dieselmotorenherstellers klein bei. "Es scheint entschieden zu sein", sagte Fondsmanager Edwin Slaghekke vom niederländischen Versicherer Delta Lloyd am Dienstag. "Wir wollen nicht als Minderheitsaktionäre dabei bleiben. Deshalb sieht es so aus, als würden wir unsere Aktien andienen", kündigte Slaghekke an, dessen Fonds rund ein Prozent an Tognum hält.

Mit einem um zwei auf 26 Euro aufgestockten Übernahmeangebot hatten der Stuttgarter Autobauer Daimler und sein britischer Partner Rolls-Royce den Tognum-Vorstand um Volker Heuer auf ihre Seite gebracht. Tognum wird nun mit 3,4 Milliarden Euro bewertet, 260 Millionen mehr als zuvor. Viele Großinvestoren von Tognum hatten die erste Offerte wie Heuer als zu niedrig abgelehnt. Sie hatten zum Teil Preise über 30 Euro gefordert.

Helmut Bartsch von LBBW Asset Management, der rund 100.000 Tognum-Aktien verwaltet, bezeichnete das aufgebesserte Angebot "unter den gegebenen Umständen" als fair. "Es ist sinnvoll, die Offerte zu akzeptieren." Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Auch der neben Daimler größte Tognum-Aktionär, die mit rund neun Prozent beteiligte niederländische ING, will sich noch nicht festlegen: "Wir prüfen die Offerte." Fondsmanager Johan Govers hatte im Vorfeld 30 bis 32 Euro je Aktie gefordert.

Viele Anleger haben trotzdem einen guten Schnitt mit Tognum gemacht. Delta Lloyd sei zu Durchschnittskursen von 14 Euro eingestiegen, sagte Delta-Lloyd-Manager Slaghekke, dem der Abschied von seinem Investment offenbar nicht leicht fällt. "Wir haben zwiespältige Gefühle. Jetzt müssen wir das Geld neu anlegen. Es ist schwierig, Anlagemöglichkeiten von der gleichen Qualität zu finden", sagte er. Ein Hedgefonds-Manager äußerte sich enttäuscht: "26 Euro sind eher grenzwertig." Er habe auf 28 Euro gehofft. An der Börse notierten Tognum-Aktien am Dienstag bei 25,89 Euro.

Die Tognum-Anleger haben nun bis zum 1. Juni Zeit, die neue Offerte anzunehmen. An der Übernahme selbst führt jedenfalls kein Weg mehr vorbei. Denn Daimler und Rolls-Royce haben die Akzeptanzschwelle für das Angebot auf 30 von 50 Prozent gesenkt - und der mit gut fünf Prozent beteiligte Tognum-Vorstand hat schon versprochen, seine Aktien zu verkaufen. Daimler hält bereits 28,4 Prozent. Vorstandschef Heuer hat seinen Profit mit der Anhebung allein um sechs Millionen Euro erhöht, insgesamt kassiert er 79 Millionen Euro für seine drei Millionen Papiere.

Heuer hatte sich nicht grundsätzlich gegen die Übernahme ausgesprochen. Doch mit seinem Widerstand gegen das finanzielle Gebot hielt er die Aktie bei 26 Euro - bis die Bieter kurz vor dem drohenden Scheitern des Angebots doch noch einlenkten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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