Dank Model S
Elektroauto-Pionier Tesla fährt erstmals Gewinne ein

Zehn Jahre nach der Gründung zahlen sich für den Elektroauto-Spezialisten Tesla die gewaltigen Investitionen endlich aus. Der Umsatz stieg um 83 Prozent. Erstmals gab es einen Gewinn. Die Anleger zeigten sich euphorisch.
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Palo AltoDer Verkaufserfolg seines Model S hat den Elektroauto-Spezialisten Tesla zum ersten Gewinn in der zehnjährigen Firmengeschichte getrieben. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen unterm Strich gut 11 Millionen Dollar nach einem Verlust von annähernd 90 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Nachbörslich schoss die Aktie um 26 Prozent in die Höhe.

Tesla verkaufte zu Jahresbeginn 4900 der Elektrolimousinen und damit 400 mehr als ursprünglich geplant. „Wir sind zufrieden mit der starken weltweiten Nachfrage nach dem Model S“, schrieb Gründer und Firmenchef Elon Musk seinen Aktionäre am Mittwoch. Der Umsatz sprang um 83 Prozent auf 562 Millionen Dollar (427 Mio Euro) hoch.

Tesla korrigierte auch die Aussichten für den Rest des Jahres nach oben. Das Unternehmen glaubt, dieses Jahr 21,000 Model-S-Wagen ausliefern zu können. Die Nachfrage werde wohl „deutlich höher sein, als wir bisher angenommen haben“, sagte Musk der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Unternehmen hat Kunden jüngst neue Möglichkeiten geboten, das Auto zu finanzieren. Es kostet in den USA gut 70,000 Dollar. Die neuen Finanzierungsmodelle hätten die Nachfrage kräftig angekurbelt.
In der Produktion konnte das Unternehmen an Effizienz gewinnen. Rund 400 Autos pro Woche baue das Unternehmen heute. Gegen Ende des Quartals konnte die Produktionszeit pro Auto um rund 40 Prozent gesenkt werden – mit Potenzial für weitere Effizienzsteigerungen.

Tesla gilt als einer der technologisch führenden Hersteller von Elektroautos. Die hohen Entwicklungskosten und der Anlauf der eigenen Produktion hatten in der Vergangenheit aber immer wieder zu Verlusten geführt. Nun aber zahlt sich der lange Atem der Investoren aus.

Zu den Geldgebern gehören Daimler und Toyota. Beide verwenden die Technik der Kalifornier in ihren Elektroautos. Daimler war 2009 bei Tesla eingestiegen und damit noch vor dem Börsengang der Firma Mitte 2010. Tesla hatte sich mit dem Elektrosportwagen Roadster einen Namen gemacht, es folgte das viertürige Model S. Im kommenden Jahr soll der Crossover Model X erscheinen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Tesla hat im Gegensatz zu deutschen Versuchen gleich ein Mittelklasse Auto gebaut, welches auch entsprechend gut Ausgestattet ist, so wie man es in den USA erwartet. Die Leistung des Fahrzuegs wurde dann entsprechend angepaßt, mit Daten die man in den USA ohnehin nicht fahren könnte also für den Deutschen Markt sind. In Deutschland baut man dann nach Preis und dabei kommen dann Mini-Autos wie der BMW I-3 raus, fast kein Kofferraum und sitzen wie im Mini. Zudem nur 50% der Reichweite eines Tesla, die auch für Deutschland schon sehr gut wäre. So lange deutsche Hersteller nicht einfach Ihre bestehnden Autos nehmen und für den E-Antrieb umbauen wird das hier kein Verkaufs-erfolg werden, eher wird Tesla hier punkten können. Mercedes ist Mitinhaber bei Tesla, warum nimmt man nicht diese Technologie und baut die in die A/B/C Klasse Modelle ein, die Ersparnisse durch den wegfall vieler Komponenten wären schon hoch, das Problem wäre aber eben auch das man nur noch selten zur Wartung müsste da es kaum noch mechanische Teile gibt... sieht nach Unternehmenspolitik aus die da den Fortschritt verhindert...

  • @Schauinsland:
    Die nominale Reichweite liegt bei 375km bzw. 500km, in der Realität sind es dann etwa 280km bzw. 380km, das reicht schon für weit mehr als nur die Stadt. Dazu hat Tesla angekündigt, so wie in USA auch in Europa Ladestationen ("Supercharger") einzurichten, mit denen innerhalb von 30min der Akku zu 80% geladen werden kann.
    Wer mal ein Elekroauto gefahren ist, weiß welch extrem hohen Fahrkomfort es gegenüber herkömmlichen PKW bieten kann und die hohe und gleichmäßige Beschleunigung ist sensationell (beim Tesla S Performance 0-100 in 4,4 sec.)

    Die Batterien bestehen aus rund 8000 Standard-Zellen von Panasonic Typ 18650, die elektronisch überwacht und gegebenenfalls modulweise getauscht werden können. Außerdem gibt Tesla Leistungsgarantien und die Batterien verlieren maximal 1% pro Jahr, d.h nach 15 Jahren ist die Reichweite beim Topmodell immer noch weit über 300km. Im gleichen Zeitraum fallen z.B. bei einem typischen Diesel Reparatur- und Servicekosten von über 10.000 EUR an.

    Es scheint so, als seien Sie völlig uninformiert oder verbreiten gerne Falschinfos.

  • Die E6 von BYD (China) fuhren in 3 Jahren als Taxen fast 300 000 km. Sie hatten als Neuwagen eine Reichweite von 300 km und nach diesen 3 Jahren eine mit ca. 285 km - bei eingeschalteter Klimaanlage! Da der Motor nur ein Bruchteil an beweglichen Teilen hat und das Getriebe mit nur einem Gang auskommt, ist es praktisch neuwertig! Ein Akku kann damit auch mehrere Auto-Leben halten? - Haltet ihr unter diesen Umständen ein E-Auto zu teuer?

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