Daten
Industrie steigert ihren Umsatz

Erneut gibt es ein positives Zeichen für die deutsche Industrie: Dank einer besseren Auftragslage sieht es in den Kassen der Unternehmen wieder besser aus: Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland machte im Juni im Vergleich zum Vormonat Mai 1,5 Prozent mehr Umsatz. Im langfristigen Vergleich wird aber deutlich, dass das Niveau niedrig bleibt.

HB BERLIN/PARIS. Die Serie guter Nachrichten aus der Industrie setzt sich fort: Nach Aufträgen und Exporten stieg im Juni auch der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe. Er legte um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Bereits im Mai hatte es ein Plus von 4,4 Prozent gegeben - das war der stärkste Zuwachs seit der Wiedervereinigung. Die Zahlen sind jeweils bereinigt um die Zahl unterschiedlicher Arbeitstage und um saisonale Schwankungen.

Auch die Aussichten für die kommenden Monate sind positiv, nachdem die Industrie im Juni das stärkste Auftragswachstum seit zwei Jahren verzeichnete - vor allem wegen der steigenden Auslandsnachfrage. Dadurch nahmen die Bestellungen den vierten Monat in Folge zu.

Trotzdem leidet die Schlüsselbranche mit ihren zahlreichen Weltmarktführern noch immer unter der globalen Rezession: Von Januar bis Juni lag der Umsatz um 20,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Besonders stark leiden die Fahrzeughersteller und ihrer Zulieferer unter der Nachfrageflaute. Ihr Umsatz brach um 31,2 Prozent ein. Die Maschinenbauer verloren mit minus 26,4 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Die Pharmaindustrie schlug sich vergleichsweise gut: Sie büßte 8,2 Prozent Umsatz ein.

Die französische Industrie hat dank der Auto-Abwrackprämien im Juni mehr hergestellt. Die Produktion stieg um 0,3 Prozent, nach einem Plus von 2,8 Prozent im Mai, wie das Statistikamt INSEE am Montag mitteilte. Die Aussichten für die Industrie hätten sich verbessert, erklärte die französische Notenbank. Vor allem die Automobilhersteller, Konsumgüterproduzenten und Lebensmittelfirmen blickten optimistischer in die Zukunft.

Für das dritte Quartal sagte die Bank von Frankreich eine stabile Wirtschaftsleistung voraus. Neben der Industrie beurteilten auch die Dienstleister ihre Geschäftserwartungen positiver, teilte die Notenbank mit. Die Daten zur Wirtschaftsleistung für das Frühjahr sollen am Donnerstag veröffentlicht werden, die Bank von Frankreich prognostizierte zuletzt ein Schrumpfen um 0,4 Prozent.

Einen ähnlichen Trend gibt es auch in Frankreich: Verglichen mit dem Vorjahr steckt die französische Industrie aber noch tief in der Rezession; von April bis Juni sank die Produktion um 15 Prozent. Zudem verwiesen Analysten darauf, dass ein großer Teil des jüngsten Produktionszuwachses auf die Konjunkturpakete im In- und Ausland zurückzuführen sei.

„Man muss sehen, wie die Industrieproduktion sich entwickelt, wenn die Abwrackprämie ausläuft und die Nachfrage aus dem Ausland schwach bleibt“, sagte Unicredit-Volkswirtin Tullia Bucco. Das Bruttoinlandsprodukt von Deutschlands wichtigstem Handelspartner dürfte in diesem Jahr um 3,0 Prozent schrumpfen. Für das kommende Jahr wird mit einem geringen Wachstum gerechnet. Wegen der steigenden Arbeitslosigkeit wuchsen zuletzt aber auch Bedenken, dass es zu Rückschlägen kommen könnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%