Deripaska stockt bei Hochtief auf
Russischer Investor baut Hochtief-Anteil weiter aus

Der russische Industrielle Oleg Deripaska baut seinen Anteil an dem Essener Bauriesen kontinuierlich aus. Deripaska halte über seine Bau-Firma Basic Element nunmehr 9,99 Prozent an Hochtief, teilte das russische Unternehmen mit. Deripaska hatte bereits Interesse an einer Sperrminorität bei Hochtief gezeigt.

HB DÜSSELDORF. Oleg Deripaska baut seinen Einfluss in der europäischen Bauindustrie weiter aus. Der russische Unternehmer hat seinen Anteil am Essener Baukonzern auf 9,99 Prozent aufgestockt. Anfang Mai war Deripaska mit rund drei Prozent bei Hochtief eingestiegen und hatte schon damals angekündigt, seinen Anteil weiter aufzustocken. Deripaska hatte wenige Tage zuvor 30 Prozent am österreichischen Baukonzern Strabag übernommen.

Vorerst seien nun keine weiteren Zukäufe geplant, teilte Deripaska am Montag mit. „Basic Element vertieft seine Kooperation mit einer der führenden europäischen Baufirmen, um von dem Know-how des Partners zu profitieren“, hieß es zur aufgestockten Hochtief-Beteiligung. Hochtief, die mit dem Russen bereits über eine Kooperation verhandelt hat, erklärte, Anteilseigner, die die Strategie des Unternehmens unterstützten und neue Märkte öffneten, seien willkommen.

Branchenkreisen zufolge hatte der russische Milliardär bereits früher einen Einstieg im großen Stil bei dem größten deutschen Baukonzern geplant. Der Industrielle habe schon den von der Beteiligungsgesellschaft Custodia gehaltenen Anteil von über 25 Prozent an Hochtief im Visier gehabt, hatten mehrere mit der Transaktion vertraute Personen Reuters gesagt.Er hatte sich dann aber nicht durchsetzen können. Custodia hatte den Anteil an den spanischen Baukonzern ACS weitergereicht.

Hochtief hatte mehrfach erklärt, das Potenzial im russischen Markt sei so groß, dass der Konzern über einen strategischen Partner dort nachdenke. Eine Zusammenarbeit sei etwa beim Ausbau des Flughafens in der Olympia-Bewerberstadt Sotschi möglich. Hochtief will das ertragreiche Geschäft mit Flughäfen ausbauen. In Moskau will Hochtief unter anderem ein Stadion für den Fußballverein Spartak und ein neues Flughafen-Terminal bauen.

Für den russischen Baumarkt wird nach Hochtief-Angaben 2007 ein Volumen von 62,65 Milliarden Euro erwartet. Es fehlten moderne Flächen in allen Immobiliensegmenten. Auf dem Hotelmarkt werde mit einem bis 2008 andauernder Bauboom gerechnet.

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