Desaster um A380
EADS-Chef will bei Airbus durchgreifen

EADS-Chef Noël Forgeard hat im Zusammenhang mit den neuerlichen Lieferverzögerungen beim Airbus A380 Konsequenzen für die Produktionsabläufe angekündigt. Von Schuldzuweisungen in Richtung deutscher Belegschaft, wie er sie in der vergangenen Woche geäußert hatte, ist aber keine Rede mehr. Sind die deutsch-französischen Spannungen damit beseitigt?

PARIS. In einem Gespräch mit „La Tribune“ und dem „Handelsblatt“ bestritt Forgeard, der den Airbus-Mutterkonzern zusammen mit Tom Enders leitet, beim Verkauf seiner eigenen EADS-Aktien Mitte März schon von den Problemen gewusst zu haben. Forgeard räumte allerdings Kommunikationsfehler seines Konzerns im Zuge der Krise bei der wichtigen Tochter Airbus ein.

Am Dienstag vergangener Woche hatte EADS über die neuen Verzögerungen bei der A380 berichtet, Mittwoch war daraufhin der EADS-Kurs eingebrochen. In einem Interview mit dem Sender Europe 1 hatte Forgeard am Freitag zur Begründung angeführt, es gebe in einigen Werken – darunter in Hamburg – „eine große Konzentration von Problemen“. Der deutsche Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken konterte: „Wir brauchen keine Schuldzuweisungen.“ Forgeard sieht das inzwischen offenbar ähnlich: „Ich bedauere, öffentlich das Werk in Hamburg als Kern der Produktionsprobleme genannt zu haben. Ich habe auch das Werk in Saint Nazaire erwähnt, es war nicht richtig, diese Werke zu nennen“, sagte er im Interview mit La Tribune und dem Handelsblatt.

Die Krise bei EADS hat Befürchtungen aufkommen lassen, dass die Spannungen zwischen den französischen und den deutschen Anteilseignern neu aufflammen könnten. So wird auf deutscher Seite mit Verwunderung registriert, dass Forgeard ein Interview nach dem anderen gibt. Sein Co-Chef Tom Enders und Airbus-Boss Gustav Humbert schweigen dagegen, da sie „an den Lösungen der Probleme arbeiten“, wie es heißt.

Enders sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende lediglich: „Die Krise bei Airbus ist auch eine EADS-Krise. Deshalb dürfen wir jetzt nicht zu kurz springen und nur persönliche Konsequenzen und Prozessveränderungen bei Airbus ins Auge fassen.“

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