Deutsch-russische Gas-Pipeline
Bau der Ostsee-Pipeline beginnt im Frühjahr 2008

Das deutsch-russische Betreiberkonsortium will im Frühjahr 2008 mit dem Bau des 1200 Kilometer langen Kernstück der Ostsee-Erdgas-Pipeline beginnen. Im Oktober 2010 soll das erste Gas von Russland nach Deutschland fließen.

HB LUBMIN/GREIFSWALD. Das Projekt habe nicht nur für Deutschland, sondern auch für Westeuropa große Bedeutung, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der NEGP-Company, Alt- Kanzler Gerhard Schröder, am Montag in Lubmin bei Greifswald. Russland habe sich als ein stabiles Lieferland für Erdgas erwiesen.

Bereits im Dezember 2006 hatte im russischen Babajewo 800 Kilometer nördlich von Moskau der Bau eines 900 Kilometer langen Zubringerstücks auf russischem Boden begonnen.

Nach Angaben der NEGP soll im Oktober 2010 das erste Gas von Russland nach Deutschland fließen. Zunächst ist der Bau eines Leitungsstrangs mit einer Transportkapazität von 27,5 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr geplant. Die Kosten dafür betragen rund 2,5 Mrd. Euro. In der zweiten Bauphase soll die Kapazität mit einem weiteren Strang auf 55 Mrd. Kubikmeter verdoppelt werden. Über die Trasse könnten dann zehn Prozent des Gasbedarfs in Europa abgedeckt werden. Anlandepunkt ist der ehemalige Atomstandort Lubmin.

Innerhalb der nächsten 18 Monate würden die für den Baustart notwendigen Untersuchungen und Verfahren vorangetrieben, sagte NEGP-Geschäftsführer Matthias Warnig. Die Umweltuntersuchungen zu möglichen Beeinträchtigungen von Flora und Fauna in der Ostsee hätten bereits begonnen. Sie sollen Mitte 2007 abgeschlossen sein. Es sei selbstverständlich, so sensibel wie möglich vorzugehen, sagte Schröder über das bei Umweltverbänden umstrittene Projekt.

Momentan werde mit den betroffenen Ostsee-Anrainern die Notifizierung des Projektes vorbereitet. Nach Ansicht Schröders gibt es angesichts des wachsenden Energiebedarfs und der sinkenden Eigenversorgung keine Alternative zur deutsch-russischen Trasse.

Der ehemalige Atomstandort Lubmin wird in den nächsten Jahren zu einem bedeutenden Energieknotenpunkt ausgebaut. Unternehmen wollen mehr als 1,5 Mrd. Euro in Gaskraftwerke und Produktionsstätten investieren. Zwischen 600 und 900 Arbeitsplätze sollen entstehen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) sprach von einem guten Beispiel für die Reindustrialisierung eines DDR-Standortes.

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