Deutsche Bahn künftig alleinige Trägerin
Bayern steigt aus Transrapid-Projekt aus

Die Deutsche Bahn wird künftig alleinige Trägerin des umstrittenen Transrapid-Projekts in München. Das Land Bayern gibt seinen 50-prozentigen Anteil an der Planungsgesellschaft BMG an die Bahn ab, hält aber weiter an dem Projekt für die Magnetschnellbahn in München fest. Der Einfluss der Landesregierung soll über ein Mitspracherecht gesichert werden.

HB MÜNCHEN. Da die Deutsche Bahn wie bereits 2003 festgelegt, Bauherr, Eigentümer und Betreiber des Projektes werden solle, übertrage der Freistaat Bayern seinen 50-prozentigen Anteil an der Transrapid-Planungsgesellschaft BMG an die Bahn, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) am Montag in München. Dies bedeute aber nicht, dass sich der Freistaat aus dem Projekt zurückziehe. Es solle ein Mitspracherecht für die Landesregierung geben. Erneut forderte Wiesheu die Bundesregierung auf, ihren Zuschuss zu dem Münchner Transrapid-Projekt zu erhöhen. Bisher hat der Bund einen Zuschuss von 550 Mill. € zugesagt.

In Presseberichten vom Wochenende war die Übertragung der Anteile auf die Bahn sei als Rückzug des Landes Bayern gewertet worden. Die BMG soll den Plänen der Bahn zufolge in die DB Magnetbahn mit Sitz in München integriert werden.

Die Unterlagen für die erste von insgesamt fünf Transrapid-Planungsstrecken lägen vor, sagte Wiesheu. Die weiteren sollen in den nächsten Wochen fertiggestellt werden, so dass das Planungsfeststellungsverfahren im Februar eingeleitet werden könnte. Mit den Beschlüssen rechnen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Wiesheu bis Mitte 2006. Den Betrieb aufnehmen soll der Transrapid den Planungen zufolge 2010.

Wiesheu sagte, es sei klar, dass die bisher geplante Bundeszuschuss für den Transrapid nicht ausreiche. „Die Bundesregierung muss daher ihren national wie international immer wieder geäußerten Bekenntnissen zur deutschen Transrapid-Technologie und zu einer kommerziellen Anwendungsstrecke im eigenen Land mehr Taten folgen lassen.“ Ursprünglich hatte Wiesheu die Hälfte der erwarteten Gesamtkosten von 1,6 Mrd. € für die 30 Kilometer lange Anbindung des Münchener Flughafens an die Innenstadt als Bundesmittel verlangt.

Der Transrapid wird von einem Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp gebaut. Nachdem die Strecke zwischen Hamburg und Berlin sowie eine ins Auge gefasste Strecke in Nordrhein-Westfalen nicht gebaut werden, ist die Münchener Strecke das einzig verbliebene Transrapidprojekt in Deutschland. Weltweit ist der Transrapid bislang nur in der chinesischen Metropole Shanghai gebaut worden.

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