Deutsche Bahn
Mehdorn treibt Bahn-Privatisierung weiter voran

Bahnchef Hartmut Mehdorn setzt trotz der Finanzkrise nach Angaben aus dem Unternehmen weiter auf eine Privatisierung des Konzerns. Mehdorn sehe weiter Interesse aus Russland, Saudi-Arabien und China, sagten Mitarbeiter aus dem Umfeld des Vorstandschefs.

HB BERLIN."Der Konzern hat weiter das Frühjahr 2009 im Auge", hieß es laut der Nachrichtenagentur Reuters. Voraussetzung sei, dass die Marktbedingungen sich bis dann verbessert hätten. Allerdings sollten zunächst weniger als 24,9 Prozent der Transport- und Dienstleistungstöchter direkt an die Investoren abgegeben werden, hieß es weiter. Wenn der eigentliche Börsengang dann etwa zwei Jahre später umgesetzt werde, könnten die Anteile als so genannte fungible Aktien in börsengehandelte Papiere gewandelt werden.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, das Unternehmen spreche weiter mit potenziellen Investoren und beobachte, wie sich die Gesamtsituation entwickele.

Das Vorgehen bei der Privatisierung habe Mehdorn auch dem Aufsichtsrat des Konzerns am Mittwoch vorgestellt, hieß es. Der neue Vertreter der Bundesregierung in dem Gremium, Verkehrs-Staatssekretär Achim Großmann, habe dort nicht widersprochen. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatte sich zuletzt skeptisch zu den Privatisierungschancen geäußert.

Um der Finanz- und Wirtschaftskrise zu begegnen, plane die Bahn einen konzernweiten Einstellungsstopp, sagten Konzernmitarbeiter weiter. Dies bedeute, dass Stellen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Zentrale neubesetzt würden. Dagegen gebe es aber massiven Widerstand von Arbeitnehmervertretern, die eine solch pauschale Maßnahme nicht billigen wollten. Ferner solle der ohnehin bestehende Ausgabestopp weiter verschärft und Investitionen geschoben werden, hieß es.

Bis Ende Oktober hätten die Erlöse der Bahn noch über denen des Vorjahres gelegen, wenn auch unter der Planung, hieß es im Umfeld Mehdorns. Der Gewinn (Betriebsergebnis nach Zinsen) habe nach zehn Monaten bei rund 1,6 Mrd. Euro und damit noch über Vorjahr und Plan gelegen. Der Konjunktureinbruch mache sich allerdings erst in den letzten beiden Monaten des Jahres massiv bemerkbar, besonders beim Schienen-Güterverkehr. Die Bahn wolle daher ihre Planungen für 2009 und die Folgejahre auf den Frühsommer verschieben. Erst im Mai solle das die Vorgaben für 2009 auf einer Aufsichtsratssitzung beschlossen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%