Deutsche Regierung bittet japanisches Verkehrsministerium um Verständnis
Daimler-Tochter Fuso wird zum Politikum

Bei Japan-Großinvestor Daimler-Chrysler läuft im Land der aufgehenden Sonne nicht alles rund. Nach dem Skandal um massiv vertuschte Qualitätsmängel der Vergangenheit wartet die japanische Lastwagen-Tochter Mitsubishi Fuso weiter vergebens auf die Zulassung einiger neuer Fahrzeuge. Da vom kommenden Frühjahr an in Japan neue Abgasregeln gelten, muss das Verkehrsministerium alle Modelltypen unter diesen Kriterien neu zulassen. Die meisten Modelltypen hat das Ministerium genehmigt, einige jedoch noch nicht, darunter den für Fuso wichtigen Kleinlaster Canter.

TOKIO. Bei Fuso zeigt man sich nach außen hoffnungsvoll. „Wir sind optimistisch, den Canter bis Jahresende durchzubekommen“, sagte ein Sprecher. In dem Fall würden sich die Verkaufsverluste durch die späte Genehmigung in Grenzen halten. Schon jetzt habe man aber in geringem Maß die ersten Verkäufe verpasst.

Bis wann die restlichen Genehmigungen erteilt werden könnten, sei noch unklar, heißt es derweil im japanischen Verkehrsministerium. Man warte auf weitere Unterlagen von Fuso. Der Lastwagenbauer soll nachweisen, dass bei den Modellen ähnliche Qualitätsprobleme wie in der Vergangenheit nicht wieder auftauchen. „Es geht hier nur darum, die Sicherheit zu gewährleisten“, sagte ein Ministeriumsvertreter.

Die Welle an Rückrufen kam in diesem Frühjahr ins Rollen. Heraus kam, dass Qualitätsmängel bei Fuso ebenso wie beim PKW-Hersteller Mitsubishi Motors jahrelang unter den Teppich gekehrt worden waren. In der Zwischenzeit hatten sich zwei Todesfälle bei Unfällen mit Fuso-Fahrzeugen ereignet. Ex-Manager stehen derzeit vor Gericht. Das neue, von Daimler entsandte Fuso- Management unter Präsident Wilfried Porth will ein für allemal aufräumen und hat seither in insgesamt 47 Fällen Qualitätsmängel entdeckt, etwa an der Radaufhängung oder der Kupplung. Mehr als eine Million Fahrzeuge wurden in die Werkstätten zurückgerufen.

Daimler-Chrysler, seit Frühjahr mit 65 Prozent an der Mitsubishi Fuso Truck & Bus Corp. beteiligt, hat den Schaden durch den Rückrufskandal für sich auf mehr als 400 Mill. Euro veranschlagt und erwägt, den vorigen Eigner Mitsubishi Motors, an dem die Stuttgarter noch rund 20 Prozent halten, wegen des Schadens zu verklagen.

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