Die Anbieter von superteuren Autos haben Absatzprobleme
Der harte Kampf um die Reichen der Reichen

Superteure Autos kommen bei den Kunden offenbar nicht so gut an. Zumindest haben die Anbieter Absatzprobleme. Allerdings hoffen die Autobauer auf die Zukunft, da in vielen Ländern der Vertrieb erst aufgebaut werden muss.

FRANKFURT/MÜNCHEN. Feierstunde im britischen Goodwood: Gestern rollte das 1 000. Modell des neuen Rolls-Royce Phantom aus den neuen Werkshallen im Süden Englands. Die Luxuskarosse, die 320 000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer kostet, ist der ganze Stolz des BMW-Konzerns, der das völlig neu entwickelte Fahrzeug Anfang 2003 auf den Markt brachte.

Noch läuft der Phantom-Absatz allerdings schleppend. In den ersten acht Monaten wurde gerade mal 415 Stück weltweit verkauft, über die Hälfte davon in den USA. Für das Gesamtjahr erwartet BMW 1 000 verkaufte Einheiten. „Das Ziel steht unverändert“, betont der neue Rolls-Royce-Chef Karl-Heinz-Kalbfell trotz des schleppenden Geschäfts. In vielen Länder werde der Vertrieb gerade aufgebaut, bald werde der Verkauf richtig anlaufen.

Dabei steht BMW mit Rolls Royce nicht alleine da. Mit Milliardeninvestitionen haben sich Europas Autokonzerne in den vergangenen Jahren den Einstieg in die automobile Luxusklasse erkauft. Mercedes bietet den Maybach an, VW ist mit Bentley am Markt, Fiat hat Ferrari im Angebot und Ford ist mit Aston Martin präsent. Experten sind sich zwar sicher, dass der Markt für Super-Luxusfahrzeuge wegen der hohen Gewinnspannen lukrativ ist. Doch den Anbietern macht das Gedränge im Luxussegment zu schaffen.

Der Markt wächst nicht so schnell wie erhofft, die Luft an der Spitze der automobilen Preisskala ist extrem dünn geworden. Erste Neuzugänge zahlten bereits teures Lehrgeld: Die VW-Tochter Bugatti hat es auch mehr als ein halbes Jahr nach dem ursprünglich geplanten Start nicht geschafft, ihren ersten Supersportwagen Veyron auf den Markt zu bringen – mehrfach wurde der Termin wegen technischer Probleme verschoben. „Hinter die Zukunft von Bugatti muss man am ehesten ein Fragezeichen setzen“, resümiert Philipp Rosengarten vom Prognoseinstitut Global Insight.

„Eines ist ganz sicher: Was unsere Kunden eigentlich nicht brauchen, ist ein Auto“, beschreibt Kalbfell das Problem. Der gut betuchten Kundschaft, die in der Regel bereits über mehrere Fahrzeuge verfügt, muss der Kauf eines Luxusgefährts mit allen Tricks schmackhaft gemacht werden. „Durch den Wettbewerb wird das gesamte Segment belebt“, ist sich der BMW-Manager aber sicher.

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