Die heimischen Anbieter können mit den hohen Stückzahlen der internationalen Konzerne nicht konkurrieren
Deutsche PC-Industrie fällt zurück

Der Verkauf von Personalcomputern (PC) läuft in Deutschland auf Hochtouren. Doch das Geschäft machen vor allem die internationalen Anbieter wie Dell, Fujitsu-Siemens (FSC) oder Acer. Die deutschen Namen wie Medion, PC Spezialist, Maxdata oder Lintec meldeten zuletzt enttäuschende Zahlen.

FRANKFURT/M. „Der Druck des Marktes ist enorm. Ich schließe nicht aus, dass in den nächsten Jahren noch der eine oder andere große Name verschwinden wird“, sagt Meike Escherich, PC-Analystin bei der Gartner Group. In einer ersten Konsolidierung in den Neunzigern verschwanden bereits so bekannte Namen wie Escom oder Comtech. Nun macht ein ruinöser Preiskampf den verbliebenen Anbietern das Leben schwer. Das Plus des zweiten Quartals von 11,7 Prozent auf 1,7 Mill. verkaufte PCs in Deutschland (Gartner) findet sich auf der Gewinnseite vieler Firmen nicht wieder. Unter Druck stehen vor allem Unternehmen mit einem hohen Anteil an Privatkunden. So konnte Medion – die Firma ist mit dem „Aldi-PC“ groß geworden – im zweiten Quartal den Umsatz zwar um fünf Prozent steigern, das Vorsteuerergebnis (Ebit) sackte aber um 14,7 Prozent ab. Die angepeilten Jahresziele hätten sich als zu ehrgeizig erwiesen, räumte das Management ein.

Auch PC Spezialist ist mit dem ersten Halbjahr nicht zufrieden. Der Umsatz gab wegen der schwachen Nachfrage von Privatkunden von 7,21 Mill. auf 6,9 Mill. Euro nach, der Jahresüberschuss fiel von 1,33 Mill. auf 1,25 Mill. Euro, nur das Firmenkundengeschäft laufe besser.

„Es wird eine Konsolidierung geben. Das ist die Konklusio der aktuellen Situation“, sagt Volker Hergert, Analyst der Bankgesellschaft Berlin. Und Escherich von Gartner ergänzt: „Ich glaube, dass die Aldisierung im PC-Markt vorbei ist. Im Niedrigpreissegment ist der Markt gesättigt. Deshalb werden Namen wie Medion oder Targa Probleme bekommen.“

Frank Roebers, Vorstandssprecher von PC Spezialist, hat einen anderen Grund für das schwache zweite Quartal ausgemacht: das Reformpaket Hartz IV. „Im Mai, als die Diskussion losging, gab es eine regelrechte Kaufverweigerung. Da hätten wir auch Schilder an die Läden hängen können: Vorsicht Pestgefahr.“ Der These eines gesättigten Marktes mag er sich nicht anschließen. Jürgen Rakow, Vorstand der PC-Kette Vobis, sieht das ähnlich: „Natürlich sind wir in einem reifen Markt. Aber es wird immer wieder neue Produkte geben, die einen PC benötigen und das Geschäft in Schwung halten.“

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