Die Sache hat einen Haken
Eon verspricht stabile Strompreise

Deutschlands größter Energieversorger Eon hat angekündigt, im laufenden Jahr seine Preise beim Strom für Haushaltskunden stabil zu halten. Doch die Ankündigung hat einen Haken: Großkunden wie Stadtwerke müssen mit Aufschlägen rechnen und damit wohl auch deren Endkunden. Auch beim Gas schlägt Eon eventuell noch was drauf.

HB DÜSSELDORF. Im Strombereich hatte Eon die Preise erst zum Jahresbeginn durchschnittlich um gut 4 Prozent erhöht. Weitere Preisanhebungen für Haushaltskunden seien im laufenden Jahr auszuschließen, sagte das zuständige Vorstandsmitglied Johannes Teyssen bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz 2005 am Donnerstag in Düsseldorf.

Weniger klar ist die Situation allerdings beim Gas. Der Chef des größten deutschen Gasimporteurs Eon/Ruhrgas, Burckhard Bergmann, sagte: „Wir hoffen, dass wir langsam das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Aber garantieren können wir das nicht.“ Bergmann betonte, trotz der erheblichen Preissteigerungen der Vergangenheit versuchten die großen Gasproduzenten mit erheblichem Druck, weitere Preissteigerungen durchzusetzen. „Unsere Aufgabe ist es, ihnen klar zu machen, dass die Wettbewerbssituation dies nicht erlaubt“, sagte der Manager.

Eon selbst hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob man die Gaspreise für Normalverbraucher zum 1. April erneut erhöhen will oder nicht. Beim norddeutschen Versorger Eon Hanse werde es voraussichtlich keine Preisveränderungen geben, sagte Teyssen. Bei den anderen Eon-Tochterunternehmen sei dies noch offen. Doch strebe der Konzern eine Verstetigung der Preise an.

Großabnehmer von Eon Ruhrgas wie Stadtwerke und Regionalversorger müssen dagegen Bergmann zufolge zum 1. April auf jeden Fall mit einer weiteren leichten Preiserhöhung rechnen. Dies könnte auch für die Kunden der Stadtwerke weitere Preiserhöhungen zur Folge haben. Angaben zur Höhe der Preisanhebung machte der Ruhrgas-Chef allerdings nicht.

Im vergangenen Jahr profitierte der Konzern ganz erheblich von teurem Gas und Strom, aber auch von hohen Buchgewinnen aus der Veräußerung der Töchter Viterra und Ruhrgas Industries. Der Konzernüberschuss kletterte um 71 Prozent auf 7,4 Mrd. Euro. Auch im normalen Geschäft legte der Konzern deutlich zu: Eon steigerte seinen Umsatz 2005 um 21 Prozent auf 56,4 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 8 Prozent auf 7,3 Mrd. Euro.

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