Dieselskandal
Audi bleiben unangenehme Gerichtstermine erspart

Im Dieselskandal bleiben Audi weitere unangenehme Gerichtstermine erspart. So wird der Prozess eines Ingenieurs eingestellt, der gegen seine Entlassung im Dieselskandal geklagt hatte. Weitere Verfahren wurden ausgesetzt.
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München/FrankfurtIm Streit mit gekündigten Mitarbeitern kann die Volkswagen-Tochter Audi ein Bekanntwerden weiterer pikanter Details aus dem Dieselskandal vor Gericht vorerst vermeiden. Die Arbeitsgerichte in Heilbronn und Ingolstadt sagten nach eigenen Angaben für August angesetzte Verhandlungstermine auf Wunsch der Beteiligten ab.

In Ingolstadt wurde sogar der gesamte Prozess eines Audi-Ingenieurs eingestellt, der gegen seine Entlassung im Dieselskandal geklagt hatte. In Prozessen weiterer gekündigter Mitarbeiter sind in Heilbronn – unweit des Audi-Werks Neckarsulm – allerdings noch Termine im Herbst angesetzt.

Arbeitsgerichte verzichten in der Regel dann auf öffentliche Verhandlungen und eine Fortsetzung von Prozessen, wenn eine Einigung hinter den Kulissen absehbar oder bereits perfekt ist. Unternehmen gehen damit einer öffentlichen Auseinandersetzung über Firmeninterna aus dem Weg und verpflichten deshalb bei einem solchen Vergleich den Mitarbeiter in der Regel zum Stillschweigen. Audi und die Rechtsanwälte der beiden Ingenieure äußerten sich nicht zu den Auseinandersetzungen.

Für Aufsehen sorgte vor allem der Prozess des früheren Chefs der Dieselmotorenentwicklung, Ulrich Weiß. Audi hatte ihm gekündigt und zur Begründung angegeben, Weiß habe den Vorstand und ein Expertengremium über die Manipulation von Dieselabgaswerten getäuscht. Der Ingenieur weist das zurück.

Audi hatte in dem Prozess in Heilbronn bereits die Bereitschaft zu einem Vergleich bekundet und angekündigt, auf Weiß zuzugehen. Der Manager hatte eine Abfindung von sechs Millionen Euro verlangt. Dieser Prozess ruht nun nach Gerichtsangaben – ob er fortgesetzt wird, ist offen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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