DMG Mori Seiki
US-Hedgefonds steigt bei Maschinenbauer ein

Kurz vor der Übernahme steigt der US-Hedgefonds Elliott bei DMG Mori Seiki ein. Offenbar spekulieren die Investoren darauf, dass der Mutterkonzern aus Japan seine Offerte für den deutschen Werkzeugbauer erhöht.
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DüsseldorfDie Übernahmeofferte für den Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki ruft den Hedgefonds Elliott auf den Plan. Der US-Investor hat sich mindestens drei Prozent an dem Unternehmen gesichert. „Wir haben eine Stimmrechtsmitteilung von Elliott erhalten und prüfen sie derzeit“, sagte eine DMG-Sprecherin am Donnerstag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Über die Höhe des Elliott-Anteils machte sie keine Angaben sondern verwies darauf, dass die erste Meldeschwelle bei drei Prozent liegt. Elliott lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Investor dürfte auf eine Erhöhung der Übernahmeofferte spekulieren. Der Hedgefonds ist dafür bekannt, mit harten Bandagen für seine Interessen zu kämpfen. So durchkreuzte Elliott zunächst die Übernahme des Stuttgarter Pharmahändlers Celesio durch den US-Pharmahändler McKesson. Die Amerikaner stockten ihre Offerte daraufhin auf, der von Paul E. Singer geführte Hedgefonds strich nach Berechnungen von Analysten 13 Prozent Gewinn ein. Bei Kabel Deutschland versucht Elliott auch mit einer Klage, eine höhere Abfindung durch Vodafone herauszuschlagen.

Die Übernahmeofferte für DMG bewertet den Bielefelder Traditionskonzern mit 2,2 Milliarden Euro. Der gleichnamige Partner aus Japan bietet 27,50 Euro je DMG-Aktie, während sie am Donnerstag bei 28,70 Euro gehandelt wurden. Konzernchef Rüdiger Kapitza nannte die Offerte ein „Topangebot“ und versicherte, er werde dafür plädieren, keinen Cent aufzuschlagen. Analyst Thomas Rau vom Analysehaus Montega nannte das Angebot dagegen einen „Witz.“ "Sie sollten deutlich mehr als 30 Euro pro Aktie auf dem Tisch legen."

Weitere Anteilseigner sind laut Geschäftsbericht neben dem japanischen Partner DMG Mori Seiki mit knapp 25 Prozent, die norwegische Norges Bank mit 3,85 Prozent und der französische Versicherungskonzern AXA mit 3,04 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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