Druckindustrie
Heidelberger Druck rutscht immer tiefer

Die Bilanz von Heidelberger Druck wird einfach nicht besser. Der Druckmaschinen-Marktführer schreibt rote Zahlen. Das liegt vor allem an den laufenden Stellenstreichungen. Nun überprüft das Traditionsunternehmen die Inanspruchnahme von Bürgschaft - und zwar vom Staat.

HB HEIDELBERG. Das Traditionsunternehmen Heidelberger Druckmaschinen schreibt wegen der Wirtschaftskrise tiefrote Zahlen. Im Geschäftsjahr 2008/2009 betrug der Verlust vorläufigen Zahlen zufolge 249 Mio. Euro, wie Vorstandschef Bernd Schreier am Dienstag mitteilte. Einen Ausblick für das laufende Jahr wollte das Unternehmen nicht geben.

"Wir haben frühzeitig mit verschärften Kostensenkungsmaßnahmen auf die schwierige Lage reagiert", versicherte Schreier. Etwa 1 400 Beschäftigte inklusive der Leiharbeiter seien bereits abgebaut worden.

Der vorläufige Auftragseingang sei im letzten Geschäftsjahr um rund 20 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Umsatz sank um 18 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro. Der Verlust beim operativen Ergebnis betrug mit den Restrukturierungskosten 228 Mio. Euro. Die Kosten für die Sanierung des weltgrößten Herstellers von Druckmaschinen beliefen sich im vergangenen Jahr auf 179 Mio. Euro. Das Unternehmen geht davon aus, Einsparungen in Höhe von 350 bis 380 Mio. Euro bereits im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 zu erzielen.

Im vierten Quartal setzte sich der Abwärtstrend fort: Der Auftragseingang brach um 43 Prozent auf 474 Mio. Euro ein, der Umsatz lag mit 788 Mio. Euro 28 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2008/2009 will das Unternehmen am 9. Juni auf der Bilanzpressekonferenz veröffentlichen.

Insgesamt will der Konzern 5 000 Stellen streichen. Das Unternehmen prüft auch die Inanspruchnahme von staatlicher Unterstützung. Der Konzern habe eine Bürgschaft im Rahmen des Konjunkturpakets II in Höhe von 500 Mio. Euro beantragt, hatte der "Mannheimer Morgen" unter Berufung auf Regierungskreise vor kurzem berichtet. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Finanzierung des Unternehmens stehe.

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