Druckmaschinenhersteller
Druckmaschinenfusion steht vor der Entscheidung

Ein Zusammenschluss der deutschen Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen und Manroland könnte schon bald Realität werden. Nach Informationen aus Finanzkreisen soll eine Entscheidung innerhalb der kommenden acht Wochen fallen. Ein mögliches Szenario ist eine Verschmelzung auf Heideldruck.

cha/gil/jkn/rob FRANKFURT/DÜSSELDORF. „Noch wird ausgelotet, aber es sind schon viele Punkte geklärt. Das kann jetzt schnell gehen“, heißt es in Branchenkreisen. Die Unternehmen selbst wollten die Informationen nicht kommentieren.

Über einen Zusammenschluss der beiden Druckmaschinen-Hersteller wird seit längerem spekuliert. Sie leiden wie der Rest der Branche unter den wegbrechenden Werbemärkten. Heideldruck hat sich die Refinanzierung jüngst sogar durch Staatsbürgschaften absichern lassen und einen 300 Mio. Euro schweren Sonderkredit der Förderbank KfW in Anspruch genommen.

Sollte es zu einem Zusammenschluss kommen, ist nach Informationen aus Finanzkreisen eine Verschmelzung auf die börsennotierte Heideldruck eine Möglichkeit. Manroland gehört zu 35 Prozent dem MAN-Konzern und zu 65 Prozent der Private-Equity-Gesellschaft Allianz Capital Partners, einer Tochter des Versicherungsriesen Allianz. Dieser ist wiederum mit zwölf Prozent an Heideldruck beteiligt und gilt als eine treibende Kraft.

„Geld wird bei einer Verschmelzung keines fließen, das kann sich keiner der beteiligten Parteien leisten“, sagte eine mit dem Fall vertraute Person. Zudem böte eine Verschmelzung auf Heideldruck sowohl für MAN als auch für Allianz Capital Partners den Charme, dass man sich über die Börse aus Manroland verabschieden könnte. Schon früher hatten die Eigner einen Börsengang von Manroland erwogen, diese Idee aber wegen der Krise fallen lassen. „Allerdings werden auch andere Szenarien geprüft, bei denen umgekehrt Heideldruck über eine Mantelkonstruktion in Manroland eingebracht wird, ohne dass dies ein Delisting bedeutet“, heißt es in Unternehmenskreisen.

Der Druckmaschinenmarkt liegt zu einem großen Teil in deutscher Hand. Zusammen mit Koenig & Bauer (KBA) zählen Heideldruck und Manroland zu den führenden Herstellern. Manroland und Heideldruck haben im Bogenoffset einen addierten Weltmarktanteil von 65 Prozent. Deshalb galt eine Fusion bislang kartellrechtlich als unmöglich.

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