Düngemittel
K+S senkt Kali-Produktion

Normalerweise gehört Wachstum in der Düngemittelindustrie zum Kerngeschäft. Doch die Wirtschaftskrise senkt die auch Nachfrage nach Kalidüngemittel und lässt die Umsätze schrumpfen. Der Düngerproduzent K+S muss darum seine Produktion an drei Standorten zurückfahren.

FRANKFURT. Die globale Konjunkturkrise wirft ihre Schatten zusehends auch auf die Agrarindustrie und ihre Zulieferer, darunter die Düngemittelhersteller. Ein weiteres Indiz dafür lieferte die Kasseler K+S-Gruppe, die gestern Kurzarbeit und eine Produktionskürzung an drei Standorten in Hessen, Thüringen und Niedersachsen ankündigte. Insgesamt will K+S die Kaliproduktion nach Angaben eines Sprechers durch die Maßnahmen um bis zu 1,1 Mio Tonnen oder gut ein Achtel reduzieren.

Auslöser ist laut Unternehmensangaben eine verhaltene Nachfrage nach Kalidüngemitteln als Folge rückläufiger Agrarpreise. Die Nachfrage nach Kaliprodukten liege bei Kunden aus der Landwirtschaft deutlich unter dem gewohnten Niveau. Das Kasseler Unternehmen, das vor wenigen Wochen in den Dax-30 aufgerückt ist, geht indessen davon aus, dass die im Markt noch vorhandenen Lagerbestände bis zur Jahresmitte 2009 verbraucht sein werden und sich die Nachfrage nach Kaliprodukten in der zweiten Jahreshälfte 2009 normalisiert. Ein K+S-Sprecher bekräftigte gestern, dass sich der Kalipreis relativ stabil auf einem Niveau von mehr als 600 Euro je Tonne halte und keine Indikatoren für einen Preisverfall zu erkennen seien.

Auch Analysten bewerten die Entwicklung überwiegend als Ergebnis eines vorübergehenden Lagerhaltungs-Effekts im Agrarsektor und weniger als Zeichen für eine grundlegende Abschwächung des Geschäfts. Sie verweisen darauf, dass auch Kaliproduzenten aus Kanada und Russland jüngst ihre Produktion kürzten. „Entscheidend ist, dass sich das Preisniveau auf hohem Niveau stabilisiert hat. Solange das so bleibt, ist K+S in hervorragender Position“, sagte Agrar-Experte Heinz Müller von der DZ Bank.

Die Aktie des Kasseler Düngemittel-Konzerns reagierte denn auch kaum auf die Produktionskürzungen. Allerdings hat sie ähnlich wie andere Rohstoff- und Agrarwerte in den letzten Monaten bereits deutlich nachgegeben und gegenüber ihrem Höchststand rund zwei Drittel an Wert verloren.

K+S gilt als weltweit viertgrößter Anbieter von Kali-Düngern und profitierte wie die gesamte Branche in den vergangenen beiden Jahren von einem drastischen Anstieg der Kalipreise. Seit 2005 haben sie sich mehr als vervierfacht.

In Reaktion auf die Nachfrageschwäche im vierten Quartal hatte K+S zwar schon vor wenigen Wochen seine Umsatzprognose für 2008 von 5,5 Mrd. Euro auf 5,3 Mrd. Euro nach unten revidiert. Gegenüber dem Vorjahreswert von 3,3 Mrd. Euro entspricht das allerdings immer noch einem Plus von 60 Prozent. Das Betriebsergebnis wird bei 1,4 Mrd. Euro erwartet und dürfte sich damit mehr als vervierfachen.

Für Unruhe unter den Investoren hatten in den vergangenen Wochen neben der schwächeren Nachfrage vor allem rückläufige Preise in anderen Teilen des Düngemittelmarktes gesorgt. So hatte etwa der US-Konzern Mosaic wegen sinkender Preise für Stickstoff- und Phosphatdünger vor kurzem seine Ertragsprognosen verfehlt. Diese Bereiche spielen bei K+S aber nur eine untergeordnete Rolle.

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