Düngemittelhersteller
K+S schwächelt im ersten Quartal

Die schwache Nachfrage nach Düngemitteln hat das Geschäft des Kasseler K+S-Konzerns im ersten Quartal deutlich geschwächt. Dank eines starken Salzgeschäfts auf Grund des langen und kalten Winters fiel der Ergebnisrückgang allerdings nicht so heftig aus wie von Analysten erwartet.

HB FRANKFURT. "Unsere Salzaktivitäten sind für das Düngemittelgeschäft in die Bresche gesprungen", kommentierte Konzernchef Norbert Steiner am Mittwoch das Zahlenwerk. Der Düngemittel- und Salzproduzent erwirtschaftete im Zeitraum Januar bis März einen operativen Gewinn (Ebit) von 174 Mio. Euro. Das ist ein Minus von 23,1 Prozent binnen Jahresfrist. Analysten hatten im Schnitt sogar nur mit 119 Mio. Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Konzerngewinn von 122,5 Mio. Euro, was einem Rückgang von 24,7 Prozent entspricht. Der Dax-Konzern setzte im Auftaktquartal 1,076 Mrd. Euro um - ein Minus von 11,3 Prozent.

Für das Gesamtjahr geht der Vorstand weiterhin von einem spürbaren Umsatzminus und einem deutlich niedrigeren operativen Gewinn aus. 2008 hatte K+S bei einem Rekordumsatz von 4,8 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von 1,34 Mrd. Euro verbucht. 2008 war für K+S dank des Agrarbooms mit Abstand das beste Jahr in der mehr als 100-jährigen Firmengeschichte.

Seit mehreren Monaten macht dem Konzern allerdings im die rückläufige Nachfrage im größten Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zu schaffen. Im ersten Quartal brach der operative Gewinn in diesem Bereich um 43,2 Prozent auf 97 Mio. Euro ein.

Dagegen hat sich der operative Gewinn im Geschäftsbereich Salz dank des harten Winters mehr als verfünffacht auf 80,2 Mio. Euro. K+S will den Bereich mit der vor kurzem angekündigten Milliardenübernahme des US-Konzerns Morton Salt deutlich ausbauen. Mit dem Zukauf steigt das Unternehmen zum weltweit führenden Salzproduzenten auf.

Am Finanzmarkt war die erste Reaktion positiv. Die Aktien legten im frühen Handel zwischenzeitlich um mehr als 2,6 Prozent auf knapp 50 Euro zu. Händler sprachen von einem „durch die Bank deutlich besser als erwartet“ ausgefallenen Quartalsbericht. Zudem wurde der bestätigte Ausblick hervorgehoben. Der Konzern beschäftigt insgesamt rund 12 300 Mitarbeiter und damit knapp zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Unterdessen wurde bekannt gegeben, dass K+S wieder einen Finanzvorstand bekommt. Jan Peter Nonnenkamp, zuletzt Finanzvorstand beim Bremsenhersteller Knorr-Bremse, übernehme ab 1. Juni den Posten bei K+S, hieß es. Bisher wurde das Finanzressort von Vorstandschef Steiner geleitet. Eine Aufstockung des Vorstands zum Dax-Aufstieg im September 2008 war nicht erfolgt. K+S war damit das einzige Dax-Unternehmen, bei dem die Posten des Vorstandschefs und des Finanzvorstandes zeitweilig in Personalunion besetzt waren.

Steiner, ehemals Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei K+S, hatte im Juli 2007 den langjährigen Vorstandschef Ralf Bethke an der Spitze des Konzerns abgelöst. Der Vorstand verringerte sich damit auf vier von fünf Mitgliedern und wird erst nun wieder aufgestockt. Das im Mai 2010 auslaufende Mandat von Steiner als Vorstandschef wurde vom Aufsichtsrat zudem um weitere fünf Jahre verlängert.

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