Düsteres Szenario
Die Welt ohne Strom

Marc Elsberg beschreibt in seinem Buch „Blackout“, wie eine Welt ohne Strom zu Grunde geht. Das Erschreckende daran: Das Buch ist nicht unrealistisch.
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DüsseldorfGrausam ist zum Beispiel die Szene mit den Kühen, die vor Schmerzen brüllen. Wenn der Strom ausfällt, funktionieren auch die Melkmaschinen nicht. Und weil die Bauern mit den Händen nicht so viele Tiere auf einmal melken können, schwellen die Euter der Kühe langsam an, bis sie platzen. Tausende verenden qualvoll.

Der Tod der Viecher ist nur ein Ausschnitt aus dem Horrorszenario, das Marc Elsberg in seinem Buch "Blackout" entwirft. Eine Gruppe von Terroristen legt mit Hilfe manipulierter Software das europäische und das amerikanische Stromnetz lahm. Als Erstes geht das Licht aus. Dann brechen die Wasser- und die Nahrungsmittelversorgung zusammen, Krankenhäuser müssen den Betrieb einstellen, und die Kommunikation wird gestoppt. Supermärkte und Tankstellen schließen. In den Häusern versagen die Heizungen, in den Atomkraftwerken fallen die Kühlanlagen aus. Mit Waffen verteidigen die Menschen ihr letztes Brot. Nach einer Woche ohne Strom steht die westliche Welt vor dem GAU.

"Blackout" führt dem Leser drastisch vor Augen, wie verwundbar die moderne Zivilisation ist. Ohne Strom funktioniert keine Klospülung, kein Bankautomat und kein Dialysegerät. "Strom ist wie Blut im menschlichen Körper - beide müssen fließen, sonst bricht das jeweilige System zusammen", heißt es in dem Buch. Das "System" ist mehr als ein Netz aus Leitungen. Ihrer Sicherheit beraubt, verlieren die Menschen auch den Glauben an den Staat. In Spanien setzt das Militär die Regierung ab. In Den Haag brennt das Parlament.

Was diesen Roman so ungemein fesselnd macht: Er ist nicht unrealistisch, im Gegenteil. Die Strompreise steigen drastisch. Immer wieder kommt es zu Ausfällen, auch in Deutschland. Vor zwei Wochen erst lag die Schweriner Innenstadt eineinhalb Stunden im Dunkeln. Eon-Chef Johannes Teyssen bezeichnete die Stromversorgung im letzten Winter kürzlich im Handelsblatt als "Ritt über die Rasierklinge".

Mit einem länderübergreifenden Ausfall wie in "Blackout" rechnet zwar niemand ernsthaft. Dennoch hat der Deutsche Bundestag vor zwei Jahren eine Studie erstellen lassen, in der Folgen eines großräumigen Stromausfalls für Deutschland skizziert werden. Elsberg hat sie in sein Buch einfließen lassen. Zudem hat er mit Experten aus der Energie- und IT-Branche und dem Katastrophenschutz gesprochen.

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Die Welt ohne Strom

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Packend erzählter Thriller

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  • Genau die Benzinpreise widerlegen doch die Behauptung der bösen Monopole: Der Großteil des Benzinpreises besteht aus Steuern und Abgaben. Tatsächliche Herstellungskosten und Gewinn der Tankstellen sind so um die 40 Cent pro Liter. Innerhalb dieser geringen Marge gibt es auch durchaus einen Wettbewerb.

    Wann es das letzte mal einen Wettbewerb beim Strom gab? Na vor Einführung des trittinschen EEG natürlich, nämlich im Jahr 1999 als die Liberalisierung des Strommarktes die Preise senkte und YelloStrom für 19 Mark Grundgebühr/19 Pfennig pro kWh einen unschlagbar günstigen Preis bot. YelloStrom hat diesen Preis dann anheben müssen, als die Ökosteuer und die Auswirkungen des EEG immer drastischer wurden. Soviel zu den "bösen" Stromkonzernen und Preisabsprachen.
    Wenn mir ein Monopol mit Preisabsprachen das Benzin für 40 Cent/Liter und den Strom für 10 Cent/kWh verkauft, und der trittinsche Staat den Liter für 1,50 Euro und Strom für 26 Cent/kWh, dann gebe ich liebend gerne mein Geld dem Monopol, es ist das "kleinere Übel".

  • Ach was. Angebot und Nachfrage werden doch ohne staatliche Interventionen flugs per Absprache der Oligopolisten ausgehebelt, wie jedermann täglich an der Tankstelle sehen kann. Wann hätten sich denn die Energieversorger das letzte Mal mit Kampfpreisen Marktanteile abzujagen versucht? Und der Nachfragende hat bei diesen "Angeboten" nur noch die Wahl, ob er den abgesprochenen Preis dem einen oder dem anderen Anbieter zahlt.

  • Dass es anders, nämlich mit lokaler energetischer Selbstversorgung und fast geschlossenen Stoffkreisläufen geht, wobei die Solarenergie durch andere Formen der umweltverträglichen Energieerzeugung ergänzt wird, zeigt die Praxis. An den interessierten Leser: Einfach mal googlen, dann findet man eine Fülle von funktionierenden Beispielen.

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