Industrie
DuPont soll Teflon-Gefahren verschwiegen haben

Wegen potenzieller Gesundheitsrisiken der in vielen Töpfen und Pfannen verwendeten Anti-Haftbeschichtung aus Teflon haben zwei US-Anwaltskanzleien Sammelklagen gegen den zweitgrößten US-Chemiekonzern DuPont angestrengt. DuPont wies die Anschuldigungen am Dienstag umgehend zurück. Unbeeindruckt von den Vorwürfen legte die Aktie bis gegen 21.20 Uhr um 0,62 Prozent auf 43,95 Dollar zu.

HB HOUSTON. Die Kläger fordern von DuPont Schadenersatz-Zahlungen, teilten die im US-Bundesstaat Florida ansässigen Anwälte am Dienstag im texanischen Houston mit. Zudem hätten sie bei Bundesgerichten in verschiedenen US-Bundesstaaten die Einrichtung eines Fonds beantragt. Dieser solle der Finanzierung medizinischer Untersuchungen von Verbrauchern dienen, die mit Teflon beschichtete Produkte gekauft haben. Zudem solle der Konzern künftig Warnhinweise auf diesen Produkten anbringen.

„Duponts eigene Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Teflon beim Erhitzen eine Reihe giftiger Gase abgeben kann“, sagte ein Anwalt, der die Kläger vertritt. Ein wissenschaftliches Beratergremium der US-Umweltbehörde EPA habe darauf hingewiesen, dass zumindest eine Chemikalie, die bei der Herstellung von Teflon verwendet wird, beim Menschen wahrscheinlich krebserregend wirke. Eine Unterrichtung der Öffentlichkeit wäre deshalb angezeigt gewesen. „Zu den potenziellen Klägern könnte fast jeder Amerikaner gehören, der einen Topf oder eine Pfanne mit der als Teflon bekannten Antihaft-Beschichtung von Dupont gekauft hat“, sagte der Anwalt weiter.

DuPont setzte sich gegen die Klagen vehement zur Wehr. „Unter dem Markennamen Teflon verkaufte Verbraucher-Produkte sind sicher. Kochgeschirr mit Antihaftbeschichtungen aus Teflon von DuPont enthält keine Perfluoroktansäure (PFOA)“, teilte der Konzern mit.

Dokumente über diese bei der Herstellung von Teflon verwendete Substanz hatte das US-Justizministerium im Mai bei dem Konzern angefordert. Einen Monat zuvor hatte DuPont einer außergerichtlichen Einigung mit der US-Umweltbehörde (EPA) zugestimmt, weil das Unternehmen zwei Jahrzehnte lang keine gesundheitsrelevanten Daten über PFOA veröffentlicht hat. Da der Fall noch nicht abgeschlossen ist, hat DuPont dafür 15 Mill. Dollar zurückgelegt.

Nach Tests des ursprünglichen PFOA-Herstellers, des Mischkonzerns 3M können bei Lebewesen, die hohen Dosen dieser Substanz ausgesetzt werden, unter anderem Leberschäden auftreten. PFOA kann der EPA zufolge bis zu vier Jahren im menschlichen Körper bleiben. Geringen Mengen davon wurden der Behörde zufolge bei einem Großteil der US-Bevölkerung festgestellt.

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